Eurogruppen-Chef Juncker
„Griechenland braucht Wachstumsimpulse“

Juncker und Merkel beraten vor dem EU-Gipfel kommende Woche, wie Griechenland wirtschaftlich saniert werden kann. Nach Schäuble schließt nun auch Juncker ein drittes Rettungspaket nicht aus.
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BerlinNach der Grundsatzeinigung auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland will sich die Euro-Zone nun auf Impulse für das Wirtschaftswachstum des Landes konzentrieren. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sagte am Freitag am Rande eines Treffens mit Kanzlerin Angela Merkel in Stralsund, Haushaltskonsolidierung sei unverzichtbar. Niemand solle aber denken, Griechenland und andere schwächere Länder könnten ohne Wachstumsimpulse wieder auf die Beine kommen. Merkel betonte, das Thema stehe oben auf der Agenda des nächsten EU-Gipfels in der kommenden Woche. 

Nach Finanzminister Wolfgang Schäuble schließt auch Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker ein drittes Rettungspaket für das hoch verschuldete Griechenland nicht aus. Man solle allerdings keine Diskussion über ein weiteres Programm führen, sagte der luxemburgische Ministerpräsident am Freitag im Fernsehsender Al-Dschasira. Das zweite Rettungspaket müsse jetzt umgesetzt werden.

Trotz entsprechender Forderungen einiger Euro-Staaten war eine Aufstockung des ESM nicht Teil des Gesprächs. „Der ESM war nur in Bezug auf den Modus der Kapitaleinzahlung ein Thema“, hieß es in Regierungskreisen nach dem Treffen. Ansonsten sei es bei der Vorbereitung des Europäischen Rates vor allem um das Thema Wachstum und beschäftigungsfördernde Maßnahmen gegangen. Thema seien auch die Beschlüsse der Eurogruppe zu Griechenland gewesen. Einzelheiten wurden nicht genannt. 

Am Montag soll der Bundestag über das zweite Griechenland-Paket von insgesamt 130 Milliarden Euro abstimmen, das die Euro-Finanzminister am Dienstag beschlossen hatten. Der EU-Gipfel findet am Donnerstag und Freitag in Brüssel statt. Weiteres zentrales Thema dürfte der Streit über eine Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM sein. EU-Währungskommissar Olli Rehn plädiert für eine Erhöhung der vorgesehenen 500 Milliarden Euro. Deutschland lehnt dies ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurogruppen-Chef Juncker: „Griechenland braucht Wachstumsimpulse“"

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  • @KDH:
    "Der Begriff "Wachstumsimpulse" steht für das Allmachtdenken von Politikern, die meinen, sie könnten alles beliebig so manipulieren, wie man die Politiker das beabsichtigen."

    Die europäischen Allmachtphantasien des staatlichen Etatismus nach französischen Vorbild werden den Untergang Europas als wirtschaftliche und politische Macht zementieren.
    Zentrale Planwirtschaft, mit keysianischem Defizit Spending, finanziert mit deutschem Geld, gesteuert aus Brüssel, das wird die Zukunft sein.

    Die einzige Hoffnung ist, daß sich doch eine größere Gegenbewegung der Bürger dagegen entwickelt. Das Feld ist langsam gemacht, was fehlt ist noch der Funken der alle hinter einer sinnvollen freiheitlichen Idee vereint.

    Die Berufsprotestler von Attack und Occupy XYZ versuchen leider jeden Bürgerprotest im Ansatz für ihren marxistischen Antikapitalismus zu okkupieren.

  • Wenn die Geschwätzigkeit der Politiker korrelieren würde mit ihrer Fähigkeit zu denken, wären wir schon ein Stück weiter oder erst gar nicht dahingeraten wo wir schon sind. Herr Juncker ist ein "Prachtstück" von so einem Politiker.
    Die "Wachstumsimpulse in Betreff seines Oberstübchens haben offenbar schon vor Jahren nicht die entsprechende Schubkraft gehabt und waren verkümmert wie die vertrocknete Gerste auf dem Feld des genannten "Bauern". Halt EU-Nomenklatura.

  • Der Begriff "Wachstumsimpulse" steht für das Allmachtdenken von Politikern, die meinen, sie könnten alles beliebig so manipulieren, wie man die Politiker das beabsichtigen. Dahinter steht immer der Gedanke mit Geld und/oder Gesetzen die Manipulation durchzuführen. Beides kann prinzipiell in einem so kurrupten Land mit so wenig Staatsgläubigkeit auf diesem Weg überhaupt nicht funktionieren. Auch die 100 Mrd. EUR Subventionen aus der EU sind verpufft ohne Spuren zu hinterlassen - ebenso wie die gigantisch hohe Summe der Staatsschulden Griechenlands. Ein weiteres, sinnloses Einpumpen von Geld in den Kurruptionskreislauf Griechenlands würden ausserdem die Rückgewinnung von "Wettbewerbsfähigkeit" durch die Absenkung von Preisen und Löhnen konterkarieren und den von den Politikern der EURO Union für ihr eigenes Land bereits bis jetzt angerichteten Schaden nur noch vergrössern.

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