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Eurogruppenchef: „Wir stehen am Rande einer technischen Rezession“

Am Dienstag hat die Weltbank ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum nach unten geschraubt - besonders Europa träfe es hart. Nun nimmt Eurogruppenchef Juncker die Rezessionsangst ins Visier.

Droht der Eurozone eine Rezession? Quelle: dpa
Droht der Eurozone eine Rezession? Quelle: dpa

Brüssel/BerlinEurogruppenchef Jean-Claude Juncker sieht die Eurozone auf eine Rezession zusteuern. „In der Eurozone stehen wir am Rande einer technischen Rezession“, sagte der Luxemburger Regierungschef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit seinem belgischen Kollegen Elio Di Rupo in Brüssel.

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Der Begriff „technische Rezession“ wird verwendet, wenn das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht steigt. „Ich denke, es gibt keine Alternative zu Haushaltskonsolidierungen“, sagte Juncker. „Wir müssen unsere öffentlichen Finanzen konsolidieren, aber auch darauf achten, eine echte Wachstumspolitik für Europa zu schaffen.“

Der Eurogruppenchef kündigte an, sich gemeinsam mit Di Rupio beim kommenden EU-Gipfel für Wachstumsimpulse einzusetzen. Bei dem Treffen am 30. Januar in Brüssel soll ein Haushaltspakt für mehr Budgetdisziplin der EU-Länder beschlossen werden.

Die Haushaltskonsolidierungen seien eine nationale Angelegenheit, sagte Juncker. Das Wachstum müsse hingegen von „europäischer Inspiration“ gefördert werden.

Weltbank Europa rutscht in die Rezession

Die Staatsschuldenkrise trifft die Euro-Zone hart. Die Experten der Weltbank rechnen nun mit dem Sturz in die Rezession. Und sollte sich die Krise ausweiten, könnte der Abschwung lange anhalten.

Weltbank: Europa rutscht in die Rezession

Die Weltbank hatte ihre Prognose für weltweites Wachstum am Dienstag nach unten korrigiert. Demnach ist für 2012 nur noch ein Plus von 2,5 Prozent zu erwarten und nicht von 3,6 Prozent wie zuvor erwartet. Die Wirtschaft der Euro-Staaten wird nach Einschätzung der Weltbank sogar um 0,3 Prozent schrumpfen. Die Finanzinstitution warnte die reichen Staaten, dass deren Schuldenkrise Auswirkungen haben könnte, die die Finanzkrise von 2008 noch in den Schatten stellen könnten.

Deutschland und Frankreich wollen sich auf dem kommenden EU-Gipfel für mehr Wachstum stark machen. Die Regierungen in Berlin und Paris verfassten dafür gemeinsam ein Papier mit einer Reihe von Vorschlägen. Das etwas mehr als fünfseitige Papier soll als Grundlage für den EU-Gipfel am 30. Januar sowie für den Gipfel im März dienen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatten Anfang Januar gemeinsame Vorschläge für mehr Wachstum angekündigt. Im Kampf gegen die Eurokrise wächst die Erkenntnis, dass Sparprogramme allein die Probleme nicht lösen können. Zudem nimmt die Sorge über einen Wirtschaftsabschwung zu.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler kündigte an, er werde am Donnerstag eine Regierungserklärung zum deutschen Jahreswirtschaftsbericht abgeben. Die Bundesregierung hatte ihre Wachstumsprognose in dem am Dienstag vorgelegten Jahreswirtschaftsbericht für das laufende Jahr auf einen Anstieg von nur noch 0,7 Prozent gesenkt. Bislang war die Bundesregierung von einem Prozent Wachstum ausgegangen.

Für das kommende Jahr rechnet der Wirtschaftsminister aber wieder mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent. Trotz der schwelenden Staatsschuldenkrise in der Eurozone erwartet die Bundesregierung zudem einen Beschäftigungsrekord in Deutschland.

  • 19.01.2012, 14:09 UhrAnonymer Benutzer: alex

    wenn man sich den baltic dry ansieht kommt etwas um die ecke geschissen was nicht nur nach einem kleinen "technischen rezessiönchen" ausschaut.
    http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND

  • 19.01.2012, 11:44 UhrWolfgangPress

    Eine Rezession in einer Reihe von Euro-Ländern ist durchaus möglich. Deutschland wird davon aller Voraussicht nach verschont bleiben, was nicht, ich betone das nicht, auf das Konto der unfähigen Politiker und der in den Ministerien tätigen Beamten zurück zu führen ist, sondern einzig und allein der Innovationskraft der Unternehmen und dem Fleiss der Arbeitnehmer/innen zu verdanken ist. Hier in Südost Asien boomt die Wirtschaft nach wie vor und es würde mich sehr wundern wenn sich da kurzfristig was ändern würde.

  • 19.01.2012, 11:43 Uhrmargrit117888

    Und was stellt dieser Antidemokrat Juncker sich vor?
    Umvertelung auf der ganzen Linie.
    Deutsche bauen weiter ihre Firmen heir ab und machen sie andernorts wieder auf?
    In den letzten Jahren ja masenhaft geschehen.
    Jeden Tag plappern irgendwelche Laien irgendwas in die Welt, aber richtig Ahnung haben sie nicht.
    Wir werden eine Krise bekommen, das Volk weiß das schon lagen, nur die Politiker, diese Laienspielgruppe in Berlin, erzählt uns immer noch Märchen

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