Eurokrise
Berlusconi sucht Finanzhilfe in China

Italien hofft auf Rückendeckung aus China: Rom bat das kommunistische Regime, italienische Anleihen im großen Stil aufzukaufen und Italien gegen eine Infektion mit dem Griechenland-Virus zu wappnen. Die Märkte reagieren.
  • 17

RomItalien hat nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ China um den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil gebeten. Wie das Blatt am Montag auf seiner Internetseite unter Berufung auf italienische Regierungskreise berichtete, traf sich eine vom Chef der China Investment Corp. angeführte Delegation in der vergangenen Woche unter anderen mit Finanzminister Giulio Tremonti in Rom.

Das italienische Finanzministerium bestätigte das Treffen, machte zum Inhalt der Gespräche aber keine Angaben. Kreisen zufolge gehörten zur chinesischen Delegation der Chef der China Investment Corp. sowie für Investitionen und Rentenmärkte zuständige Regierungsvertreter. Das chinesische Außenministerium erklärte am Dienstag, die Regierung in Peking vertraue Europa bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Die Volksrepublik hoffe, dass Europa die chinesischen Investitionen in der Region bewahren kann.

Die Meldung sorgte an der Wall Street kurz vor Handelsschluss für Gewinne bei den wichtigsten Indizes . Auch die japanische Börse gewann. Der Euro legte deutlich zu. Italien ist hoch verschuldet und steht unter internationalem Druck, Reformen auf den Weg zu bringen.

China hatte im April signalisiert, verstärkt Schulden der unter Druck geratenen Euro-Länder aufkaufen zu wollen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Volksrepublik hatte aber angegeben, Milliarden in Euro-Staatsanleihen investiert zu haben. Weil schätzungsweise ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sind, haben chinesische Politiker wiederholt ihre Unterstützung für die von der Schuldenkrise gebeutelte Währungsregion bekundet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurokrise: Berlusconi sucht Finanzhilfe in China"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Italien ist zweierlei. Einmal gibt es da im Süden das alte dekadente Rom, andererseits den von den Langobarden entwickelten Norden.

  • Ich würde auch Fiat für Fiat-Money kaufen.

  • "Es wird besser in Europa wenn Deutschland reif für den europäischen Gedanke"

    Für das, was sie unter "europäischem Gedanken" verstehen -Gelddrucken, Schulden machen und die Rechnung anderen überhelfen- wird Deutschland hoffentlich nie reif sein. Viel Spaß mit ihren netten chinesischen Diktatoren-"Freunden". Warten Sie mal ab, was paasiert wenn sie sich denen gegenüber, wie gegenüber Deutschland verhalten. Dann werden sie schnell auf den Boden der Tatsachen geholt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%