Eurokrise
Die Märkte glauben wieder an Griechenland

Athen erfüllt weitere Bedingungen, eine Treuhand soll die Privatisierung beschleunigen. Die anstehende Kreditrate wird wohl ausgezahlt werden - doch die nächste Finanzierungslücke wird schon wieder sichtbar.
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AthenGriechenland und seine Gläubiger stehen kurz vor einer Einigung über weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen. Damit kann die griechische Regierung auf die Bewilligung der im Juni erwarteten Kreditrate von zwölf Milliarden Euro hoffen. Die Gelder gehören zu dem Hilfspaket von 110 Milliarden Dollar, das die Länder der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einem Jahr für das hoch verschuldete Griechenland schnürten. Würde die nächste Rate ausbleiben, wäre Griechenland nach den Worten von Finanzminister Giorgos Papakonstantinou bereits im Juli zahlungsunfähig.

Wie aus Athener Regierungskreisen zu erfahren war, steht man bei den Gesprächen über eine neue Finanzplanung für die Jahre 2011 bis 2015 kurz vor einer Einigung. Bereits in diesem Jahr muss der Athener Finanzminister das Budget um zusätzliche 6,4 Milliarden Euro entlasten. Bis 2015 will er ein Konsolidierungsvolumen von rund 28 Milliarden Euro umsetzen. Erreicht werden soll das unter anderem durch weitere Ausgabenkürzungen im öffentlichen Sektor: überflüssige Behörden sollen geschlossen werden, Zulagen der Staatsbediensteten gekürzt und Beförderungen ausgesetzt werden.

Trotz der vielen ungelösten Probleme setzen inzwischen auch die Finanzmärkte wieder auf Griechenlands Rettung Griechenlands vor der kurzfristigen Staatspleite. Der Euro kletterte am Dienstag auf 1,44 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit über zwei Wochen. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen verbilligten sich um 43 auf 1400 Basispunkte, wie der Datenanbieter Markit mitteilte. Das bedeutet, dass es 1,4 Millionen Euro kostet, Schulden des Mittelmeeranrainers in Höhe von zehn Millionen Euro abzusichern. Auch portugiesische und irische CDS verbilligten sich.

Die Risikoaufschläge (Spreads) für zehnjährige griechische Anleihen gingen zwar zurück, lagen aber immer noch bei knapp 14Prozent. Die Renditen der als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihe stiegen wieder über die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent. Athens Zugeständnisse halfen auch dabei, den Deutschen Aktienindex klar über die zuvor hart umkämpfte Marke bei 7200 Punkten zu schieben.

Auslöser für den Stimmungsumschwung an den Märkten war ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach sich die Bundesregierung auch ohne eine Beteiligung privater Gläubiger an zusätzlichen Hilfen beteiligen wolle. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge liegt das Thema jedoch weiter auf dem Tisch. Zudem knüpfte er weitere deutsche Unterstützung daran, dass der IWF das Land nicht fallen lässt.

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  • Alles Versprechen, wie bisher - heiße Luft, weiter nichts!

  • Sie könnten auch fordern, eine schonende Therapie für einen Mehrfachkrebserkrankten nach der dritten (wirkungslosen) Chemotherapie zu entwickeln, der sich dazu noch jeglicher Therapie verweigern will. Erst informieren udn verstehen, was Sache ist, dann schreiben!

  • http://coveringdelta.wordpress.com/2011/05/29/accusations-of-treason-in-the-greek-parliament/

    Wenn das stimmt, ist bei allem Glauben nichts mehr zu machen.

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