Eurokrise

EU sucht nach neuem Bankenrettungsplan

Die bedrohliche Lage der Banken macht die EU-Finanzminister nervös. Man bereite einen neuen Vorstoß vor, kündigt Währungskommissar Rehn an. Damit wird die niedrige Kapitalausstattung der Banken vom Tabu- zum Top-Thema.
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Das Bankenviertels La Defense in Paris. Quelle: dpa

Das Bankenviertels La Defense in Paris.

(Foto: dpa)

Die EU-Finanzminister fassen angesichts der sich verschärfenden Schuldenkrise wieder koordinierte Hilfsaktionen für angeschlagene Banken ins Auge. „Die Überzeugung nimmt zu, dass wir in Europa einen konzertierten, koordinierten Ansatz brauchen“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn der britischen Zeitung „Financial Times“. Die Minister sähen die Dringlichkeit zur Stärkung der Finanzinstitute angesichts der Schuldenkrise.

„Die Kapitalausstattung der europäischen Banken muss verbessert werden“, sagte Rehn. Damit könne die anhaltende Unsicherheit reduziert werden. „Das sollte ein wesentlicher Teil der umfassenden EU-Strategie sein, um Vertrauen wieder herzustellen und die Krise zu überwinden.“

Unter Berufung auf EU-Kreise schreibt das Blatt, dass die Finanzminister bei ihrer Tagung am Dienstag eingesehen hätten, dass sie bisher nicht genug getan hätten, um die Finanzmärkte davon zu überzeugen, dass die europäischen Banken der Schuldenkrise standhalten können.

An den europäischen Börsen sorgte Rehn bei den Händlern damit für Hoffnungen, dass die Politik künftig mehr tun wird, um Banken gegen die Staatsschuldenkrise abzuschirmen. Die Finanzinstitute gehörten am Vormittag zu den größten Gewinnern.

Mit welchen Instrumenten die EU für eine höhere Kapitalquote der Banken sorgen will, und ob sie zu weiteren Hilfsmaßnahmen für die Branche im Zuge der Eurokrise tatsächlich bereit ist, bleibt vorerst ungeklärt. Zuletzt hatten sich zudem Stimmen gemehrt, die bei der Griechenland-Rettung einen höheren Beitrag der privaten Institute forderten.

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5 Kommentare zu "Eurokrise: EU sucht nach einem neuen Bankenrettungsplan"

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  • Hallo,
    nun keine Rettung von Griechenland mehr?
    Dann hat sich wohl auch bis zu den Finanzministern herum gesprochen, dass die Banken und weniger Griechenland die Schadensverursacher sind?!

  • wen interessieren denn die peanuts, die diese banken noch wert sind. das finanzsystem wird uns ins chaos stürzen, wenn wir nicht endlich richtig handeln und als reale wirtschaftsleister endlich denen zeigen, wer die wahre macht hat. die griechen sind clever, die gehen für ihre überzeugung auf die straße. leider werten viele medien dies falsch und hauen nur noch weiter drauf.

  • das Banken unterkapitalisiert sind ist nur eine Seite der Medallie. In Wirklichkeit haben sie die Geldschöpfung ins "unendliche" getrieben und die Politik hat sie gewähren lassen. Nun versucht die Politik die Banken erneut mit Steuergelder zu retten. Nur diesmal dürfte ihnen dies schwer fallen, bzw., wird dies mit dem Verlust der politischen Macht erkauft. Man kann nur hoffen, dass die nächste Generation von Politikern verantwortungsbewußter mit dem Volksvermögen umgeht.

  • WSJ und FT sind anglosaechsische Finanzblaetter. Warum schaltet sich das HB nicht als Gegenpol ein und mischt dieses Monopol ein wenig auf??

    Dexias Probleme ruehren vor allem daher dass sich die Bank sehr stark in den USA als Kreditgeber fuer die Kommunen engagiert hat. Es wuerde mich nicht wundern wenn es sich bei einem Grossteil der vergebenen und heute unverkaeflichen Kredite um verbriefte CREs (Commercial Real Estate) handelt die von US Kommunen geschickt in kommunale Bonds (municipial bonds) verpackt wurden, und von anglosaechsischen Ratingagenturen auch noch das AAA verpasst bekommen haben.

    Aber es waere die Aufgabe der gutbezahlten Experten von HB genau zu recherchieren, oder ist auch dieses Blatt schon in den Haenden anglosaechsischer Geldgeber.

  • http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/26644/

    Amerika: Sagenhafte 2,2 Billionen Dollar für Gehälter der Banker

    Zwei New Yorker Risiko-Management Experten haben errechnet: In den vergangenen fünf Jahren haben die amerikanischen Banker und Bankangestellten die sagenhafte Summe von 2,2 Billionen Dollar auf ihren persönlichen Gehaltskonten verbucht. Der tiefere Sinn der ausufernden Rettungsschirme dient nichts anderem als dem Erhalt dieses Systems.

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