Eurokrise
Griechische Zentralbank zieht die Kredit-Reißleine

Seit Tagen sind die Kurse griechischer Anleihen auf Talfahrt. Ein Negativrekord jagt den nächsten. Einem Zeitungsbericht zufolge öffnet die griechische Zentralbank nun für ihre Banken einen neuen Ausweg.
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AthenDie griechische Zentralbank hat nach einem Zeitungsbericht eine Notkreditlinie für alle Banken des überschuldeten Landes aufgelegt. „Die Notkreditlinie (emergency liquitity assistance/ELA) wurde von der Notenbank aktiviert. Alle kleinen, mittleren und größeren Banken (mit Ausnahme der National Bank of Greece) haben zugesagt teilzunehmen um an Liquidität zu kommen wenn und wann sie sie brauchen“, schreibt die Finanzzeitung „Imerisia“ ohne Angabe von Quellen. Die Zentralbank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Griechenlands Banken stehen derzeit wegen der Schuldenkrise des Landes massiv unter Druck und kommen sehr schwer, wenn überhaupt auf dem freien Geldmarkt an frische Mittel. Sie stehen deshalb bereits bei der EZB mit 103 Milliarden Euro in der Kreide. Darüber hinaus können die nationalen Notenbanken in der Euro-Zone sogenannte ELAs aktivieren und darüber ihre Banken mit Geld versorgen. Die nationalen Zentralbanken entscheiden darüber zwar autonom, allerdings kann der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Entscheidung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit aufheben.

Marktteilnehmer machen sich Sorgen, dass die finnische Forderung nach Sicherheiten für Kredite an das Land das zweite Rettungspaket für Griechenland in Gefahr bringt und einen Zahlungsausfall auslösen könnte. Zehnjährige Griechenland-Bonds rentierten nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag 50 Basispunkte höher mit 18,39 Prozent. Der Renditeaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen weitete sich bis auf 16,24 Prozentpunkte aus - der höchste Stand seit der Einführung des Euro. Auch bei zweijährigen Anleihen gab es Kursverluste. Die Rendite stieg 19 Basispunkte auf 44,22 Prozent und markierte damit ebenfalls einen Rekord für die Euro-Ära.

Die Turbulenzen um das das hochverschuldete Griechenland ziehen immer weitere Kreise: So setzt das starke Engagement in dem Schuldenland nun auch der französischen Großbank Credit Agricole zu. Im zweiten Quartal fiel der Nettogewinn um 10,6 Prozent auf 339 Millionen Euro, wie das Institut mitteilte. Damit fiel das Ergebnis allerdings besser aus als von Experten erwartet. Die Aktie legte kräftig zu. Im Zusammenhang mit den Griechen-Hilfen schrieb Credit Agricole 202 Millionen Euro auf ihr Portfolio an griechischen Staatsanleihen ab. Das drittgrößte Geldhaus Frankreichs nach Marktwert verbuchte zudem eine Goodwill-Abschreibung für die Griechenland-Tochter Emporiki von 379 Millionen Euro sowie eine weitere Abschreibung über 148 Millionen Euro.

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  • So ist es, zu schlechten Kursen zu verkaufen wäre taktisch absolut unklug. Es war auch unklug auf die Troika zu hören und in solchen Zeiten die MwSt von 19 auf 23% zu erhöhen.
    Ich bin mir aber ganz unschlüssig was man von einer Privatisierung halten soll, dort wird doch nur noch der Gewinn zu einem kleinen prozentualen Anteil versteuert wohingegen wenn es verstaatlicht bleibt, auch der gesamte Gewinn in die Staatskasse fließt.
    Die Troika hat seine eigenen Interessen, Staatsfirmen billig einkaufen und aus der Krise kommen um dann nochmal dicken Gewinn mitzunehmen.

  • Die Privatisierungen sind eh eine Farce - die grieschische Telekom ist momentan an der Börse gerade noch einmal 200 Millionen Euro Wert, vor ein paar Jahren war sie noch einige Milliarden Wert. Ein Verkauf würde also gar nichts bringen, mit den anderen Staatskonzernen ist es auch nicht besser.

  • Warum wurde dieses Instrument der Griechischen Zentralbank erst jetzt aktiviert?

    Es müsste doch eigentlich das erste Instrumentarium sein, es kann nicht sein das der Zusammenschluss der Westeuropäischen Zentralbanken (EZB) zuerst die „Rettungsringe/Weinflaschen“ den besoffenen (von billigen Krediten) griechischen Staat zuwirft und die Griechische Zentralbank am Beckenrand bleibt und Gold zählt.

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