Eurokrise IWF und Belgien fordern mehr Hilfen für EU-Krisenländer

Die Rufe nach einem größeren Rettungsfonds für angeschlagene Euro-Länder werden immer lauter. Nun fordern der Internationale Währungsfonds und die Regierung von Belgien einen solchen Schritt. Die Bundesregierung lehnt dies weiterhin ab. Gleichzeitig berichtet eine britische Zeitung, Bundeskanzlerin Merkel habe mit dem Austritt Deutschlands aus dem Euro gedroht. Berlin dementiert.
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IWF-Direktor Dominiquue Strauss-Kahn macht sich Sorgen um die Stabilität der Euro-Zone. Quelle: dpa

IWF-Direktor Dominiquue Strauss-Kahn macht sich Sorgen um die Stabilität der Euro-Zone.

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HB BRÜSSEL. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und Belgien machen sich kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister für eine Vergrößerung des Rettungsschirms für schuldengeplagte Mitgliedsländer stark. Der IWF sieht in der Schuldenkrise eine ernste Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung und fordert deshalb außerdem, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zur Stabilisierung der Märkte ihre Käufe von Staatsanleihen ausweitet. In einem Bericht, den IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag bei dem Treffen der Finanzminister mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vorlegen wollte und der Reuters am Sonntag vorlag, heißt es: "Die Erholung könnte weitergehen, aber dieses Szenario könnte leicht von den neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten zunichtegemacht werden."

Der IWF spricht sich deshalb auch dafür aus, den Rettungsschirm flexibler handhaben zu können - etwa für die Unterstützung von Banken. Das bis 2013 geltende Paket hat ein Volumen von 750 Milliarden Euro, die vergeben werden können, wenn Euro-Staaten an den Finanzmärkten keine oder nur teure Kredite bekommen, die ihre Geldsorgen weiter vergrößern würden. Die EU hat bereits auf das Geld zurückgegriffen, um die Schuldenkrise in Irland in den Griff zu bekommen. Die Finanzmärkte sind jedoch nicht von einem Ende der Krise überzeugt und viele Marktteilnehmer spekulieren bereits darauf, das Portugal und danach möglicherweise auch Spanien auf das Geld angewiesen sein werden. Zuletzt wurde sogar Belgien als Wackelkandidat genannt.

Um hohe Zinsen für Staaten wie Portugal oder Spanien zu verhindern, kauft die EZB außerdem Staatsanleihen auf. Im Vergleich zu den USA sind diese Käufe aber bislang gering. Der belgische Finanzminister Didier Reynders sagte am Samstag, dem 2013 in Kraft tretenden permanenten Krisenmechanismus müssten weitere Mittel zugeführt werden. Wenn hierzu eine Entscheidung in den kommenden Wochen oder Monaten falle, sollte das Geld auch gleich dem vorübergehenden Schutzschirm beigesteuert werden, argumentierte Reynders.

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4 Kommentare zu "Eurokrise: IWF und Belgien fordern mehr Hilfen für EU-Krisenländer"

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  • Die Verbrecher hören nicht auf, die EU zu einer großen Diktatur zu machen.
    Schon schlimm genug, dass jetzt der iWF auch in Europa das Sagen hat.
    Das haben wir der FDJ-Merkel zu verdanken.
    Sie hat ohne jede Not eine vormals funkitionierende europ. Wirtschaftsgemeinschaft zerstört um diese in eine Diktatur umzuformen
    Sie verrät Deutschland in einer Weise, dass einem speiübel wid.
    Und da Schlimme daran ist, keiner stoppt sie
    Die agieren da im Reichstag wie ehemals im Dritten Reich.
    Auch das war eine abgeschottete Gruppe, die gar nicht mehr wußte, was im Land und Volk abgeht.
    Konnte man gut letztens in bernd Eichingers Film noch einmal sehen, der Untergang.
    Das ganze Land ging unter und Hitler und seine Vasallen quatschten immer noch von Sieg.
    Genau so ein Dummgeschwätz ist derzeit das mit Euro und Rettungsschirmen von diesere Diktatorin Merkel forciert

    Wenn jemand aus der Geschichte nicht gelernt hat, dann sind es die nichtsnutzigen Politiker

  • "Die bundesregierung sprach sich umgehend gegen eine Aufstockung des Schirms aus."

    Was soll's. Jeder kann sich mal versprechen. Und sodann heisst es wieder, "was interessiert uns das Geschwaetz von gestern!?"

    Sowieso, niemand ist haftbar zu machen, die Schulden traegt im Zweifel das Zwangsabgabenvolk. Die Verursacher des Desasters sind fein raus.

    Und, der Spruch, "Vertraege muessen eingehalten werden", auch Maastrichter V., gilt fuer den buerger. Politik und Finanzaufseher duerfen machen und Vertraege brechen, wie es ihnen beliebt. Wie gesagt, wo kein Klaeger, da auch kein Richter.

  • Wer hindert belgien und den iWF, mehr Mittel bereitzustellen? Nur zu, mit gutem beispiel vorangehen!

  • ich schäzte den "Guardian" als eine seriöse britische Zeitschrift. ich halte es dafür durchaus für möglich, daß solche bemerkungen gefallen sind. Allerdings lauter "wenn" und lauter Konjunktive.
    Das Ganze ist also eher als eine rein theoretische Möglichkeit zu verstehen um die Problemländer anzuhalten weiter zu sparen. Damit stärkt die bundeskanzlerin den Euro und das ist auch gut so. Eine ernsthafte Drohung kann daraus nicht abgeleitet werden. Aber immer gut für die Spekulanten.

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