Eurokrise: IWF warnt: Europas Banken fehlen 200 Milliarden Euro

Eurokrise
IWF warnt: Europas Banken fehlen 200 Milliarden Euro

Zunächst hatte IWF-Chefin Christine Lagarde gewarnt, nun legt der Fonds drastische Zahlen nach: Europas Banken seien um bis zu 200 Mrd. Euro unterfinanziert. Eine gewaltige Zahl - und Anlass für einen heftigen Streit.
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DüsseldorfDer Internationale Währungsfonds rechnet bei europäischen Banken offenbar mit einer Kapitallücke von bis zu 200 Milliarden Euro. Ursache dafür seien die Bestände von Anleihen europäischer Schuldenstaaten, die bei einer Bewertung zu Marktpreisen das Eigenkapital der Banken um bis zu zwölf Prozent verringern würden.

Das verlautete aus europäischen Kreisen. Der IWF will seine Analyse in seinem regelmäßig erscheinenden Finanzstabilitätsbericht vor den Herbsttreffen von IWF und Weltbank Ende September veröffentlichen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ wurde untersucht, welche Auswirkungen eine Neubewertung von Staatsanleihen hätte.

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, und auch der deutsche Bankenverband wiesen alle Berichte über einen dringenden Kapitalbedarf deutscher Banken zurück.

Auch die spanische Finanzministerin Elena Salgado kritisierte die IWF-Schätzung als „verzerrt“. Die Institution habe nur potenzielle Verluste untersucht und dabei deutsche Bundeanleihen ignoriert, deren Wert gestiegen sei, sagte Salgado der „FT“.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, europäische Banken zu einer besseren Kapitalausstattung zu zwingen und stieß damit in Europa auf viel Kritik. Zuletzt sagte der französische François Baroin, es gebe keinen Grund, sich über die Gesundheit des Bankensektors in Frankreich Sorgen zu machen. Auch der französische Notenbankchef Christian Noyer sagte, die Geldinstitute des Landes seien solide und gut kapitalisiert.

Kommentare zu " Eurokrise: IWF warnt: Europas Banken fehlen 200 Milliarden Euro"

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  • Nachdem DSK mittels (pseudo) Sex-Affäre entledigt wurde, hat nun Lagarde (eine ganz gefährliche Zeitgenossin) das Ruder beim IWF übernommen. Was sie feststellt ist ein alter Hut. Sie und der EBA-Fuzzi fordern implizit (und explizit), dass der ESM/EFSF direkt die europäischen Banken stützen soll. D.h. nicht einmal mehr der Umweg über die Finanzspritzen für betroffene Länder soll gegangen werden. Diese Forderung ist höchst gefährlich und würde den Banken einen quasi unreglementierten und unkontrollierten "Lender of last Resort" in Form des ESM/EFSF zur Verfügung stellen. Dieser könnte bei Bedarf unlimitiert die Mitgliedsstaaten (primär natürlich Deutschland) zur Kasse bitten. Dadurch entstünde ein gewaltiges Moral-Hazard-Potential bei den Banken(-vorständen). Diese würde unkalkulierbare Risiken eingehen, um Höchstrenditen zu verdienen, die wiederum die Höhe der Vorstandsboni bestimmen. Alles mit der Sicherheit des EFSF Bail-Outs im Rücken.
    Einzig sinnvolle Forderung wäre: runter/weg mit den Risiken und höhere Eigenkapitaldeckung aus Bank eigenen Profiten.

  • Dem Ziel der Auflösung der Nationalstaaten ist die Elite ein Stück näher gekommen. Die demnächst wertlosen Staatsanleihen führen zum kollektiven Zusammenbruch der nur zentralistisch und diktatorisch zu lösen ist. Alternativlos. Der IWF hat uns nur ein wenig darauf vorbereitet.

  • der IWF fehlen 200 Millarden €? Wie bitteschön wollen die dann noch Million an Serbien als Kredit zahlen,das seit kurzem erst EU Mitglied wurde? Wo haben die Politiker den hier hingeschaut? Es gilt keine weitern aufnahmen von irgend welchen Länder. Unser Steuergelder werden so zum Fenster hinaus geworfen, und für die Rentner ist ab 2025 bei der Rente mit kürzungen zu rechnen. Wie vereinbart sich das alles?Fr. Merkel wäre gut beraten,wenn sie sich als erstes für die belangen von DE.kümmern würde, und die Menschen nicht für dumm verkaufen soll, sie wurde von uns gewählt und nicht vonden Franzosen, Engländer etc.

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