Eurokrise
Vertrauenserklärung für Irland

Mit einer Vertrauenserklärung wollen die Finanzminister wichtiger EU-Staaten Irland stützen. Damit soll einerseits Solidarität geübt werden, andererseits aber Spekulationen über einen Finanzkollaps gegengesteuert werden.
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HB SEOUL. Anhaltende Spekulationen über eine drohende Finanznot Irlands zwingen führende EU-Staaten, eine Vertrauenserklärung zugunsten der Regierung in Dublin abzugeben. Am Rande des G20-Gipfels in Seoul werden die Finanzminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens eine Erklärung herausgeben. Das sagte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in der südkoreanischen Hauptstadt.

Derzeit hat die Europäische Union einen Rettungsschirm im Wert von 750 Milliarden Euro aufgespannt. Diese Sicherheitslinie sollen Staaten wie Griechenland nutzen können, die Schwierigkeiten haben, sich an Finanzmärkten frisches Geld zu akzeptablen Zinsen zu besorgen. Der Zinsabstand Abstand zwischen zehnjährigen Staatsanleihen Irlands und Deutschlands lag zeitweise bei mehr als 5,5 Prozentpunkte - ein Rekordabstand.

Wenn der Rettungsschirm 2013 ausläuft, soll ein sogenannter dauerhafter Krisenmechanismus den Rettungsschirm dauerhaft ersetzen. „Für alles, was jetzt nötig ist oder nötig sein wird, gibt es Wege und Methoden“, sagte Seibert weiter. „Das Entscheidende ist, dass man die Gegenwart von den Plänen für eine Zukunft und einen künftigen Krisenmechanismus trennt.“

An den Märkten heißt es, Investoren seien von der Ende Oktober von Frankreich und Deutschland vorgetragenen Forderung nach einer Beteiligung privater Gläubiger an künftigen Umschuldungen verunsichert. Dies betrifft aber den erst ab 2013 geplanten neuen Krisenmechanismus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Rande des G20-Gipfels erneut für einen Regulierungsrahmen für große und rund um den Globus engagierte Finanzinstitute ausgesprochen. Dabei müssten auch private Gläubiger an den Sanierungskosten beteiligt werden, hatte Merkel bekräftigt. „Wir dürfen die Lasten der Krisenbewältigung nicht einfach wieder den Steuerzahlern aufbürden.“

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