Belgien: Experten kontrollierten Sparpolitik
Mit einer Schuldenquote von 141 Prozent des BIP war Belgien 1993 trauriger Spitzenreiter in der EU. Der Beitritt zur Währungsunion war gefährdet und das machte der Regierung unter Premierminister Jean-Luc Dehaene Beine. Innerhalb von 15 Jahren senkte sie den Schuldenstand auf 88 Prozent des BIP.
Die Einhaltung der Sparziele ließ sie von einem unabhängigen Expertenrat kontrollieren. Durch eine Föderalismusreform verpflichtete sie die Regionen und Kommunen auf die Konsolidierungspolitik. Dafür durften sie eigene Steuern erheben. Die Regierung erhöhte die Einkommen- und Kapitalertragsteuer, schuf neue Steuern auf Alkohol und Tabak und erhöhte die Arbeitnehmerbeiträge zu den Sozialversicherungen.