Europa ohne Grenzkontrollen
Hintergrund: Das Schengen-Abkommen

Der luxemburgische Ort Schengen ist zum Synonym für ein Europa ohne Grenzkontrollen geworden. Dort unterzeichneten 1985 die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und den Benelux- Staaten ein Abkommen, das Wartezeiten vor Schlagbäumen zwischen den EU-Mitgliedstaaten verhindern sollte. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Länder zum Schengen-Raum hinzu.

Vom 21. Dezember 2007 an fallen die Kontrollen auch für mehr als 70 Millionen Menschen in Mittel- und Osteuropa weg. Zunächst gilt die Regelung für Auto- und Zugreisende sowie in Häfen, zum 30. März 2008 auch im Luftverkehr.

Mit Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Malta erhöht sich dann die Zahl der EU- Mitgliedstaaten im Schengen-Raum auf 22. Die „alten“ EU-Länder Großbritannien und Irland halten weiter an Grenzkontrollen fest, die Neu-Mitglieder Zypern, Rumänien und Bulgarien wollen dem Schengen- Abkommen zu einem späteren Zeitpunkt beitreten. Nach den bereits dazu zählenden Staaten Norwegen und Island soll voraussichtlich von 2008 an als drittes Nicht-EU-Land auch die Schweiz zum Europa ohne Binnengrenzen gehören.

Mit Ermöglichung der freien Fahrt verpflichteten sich die Schengen-Staaten, ihre Außengrenzen besser zu schützen. Grenzbeamte nutzen ein gemeinsames elektronisches Fahndungssystem, das Daten über gesuchte Kriminelle oder Auszuliefernde enthält. Die Polizeibehörde Europol wird künftig nicht nur die organisierte Kriminalität bekämpfen, sondern alle Formen grenzüberschreitender Schwerkriminalität.

Bei besonderen Anlässen kann das Abkommen zeitweise außer Kraft gesetzt werden. So gab es vorübergehend wieder Grenzkontrollen nach den Terroranschlägen von Madrid 2004, aber auch zur Fußballweltmeisterschaft 2006, als vielen ausländischen Hooligans die Anreise verwehrt wurde.

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