Europa-Parlament EU rechnet mit baldigem Diesel-Aus

Nach dem Abgasskandal bei VW rechnet EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska mit einem baldigen Ende von Dieselmotoren. Das EU-Parlament in Straßburg hat für härtere Regeln bei Genehmigungen für Pkw gestimmt.
Update: 04.04.2017 - 14:18 Uhr 2 Kommentare
Ein Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI. Das EU-Parlament hat am Dienstag über die Folgen des Abgasskandals diskutiert. Einige Abgeordnete rechnen mit einem baldigen Ende des Selbstzünders. Quelle: dpa
Volkswagen - Dieselskandal

Ein Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf 2.0 TDI. Das EU-Parlament hat am Dienstag über die Folgen des Abgasskandals diskutiert. Einige Abgeordnete rechnen mit einem baldigen Ende des Selbstzünders.

(Foto: dpa)

Brüssel„Nach der heutigen Diskussion bin ich überzeugt davon, dass der Diesel viel schneller verschwinden wird als wir uns vorstellen können“, sagte Bienkowska am Dienstag vor dem EU-Parlament in Straßburg. Darauf müsse sich die EU vorbereiten, auch wenn dies nicht von einem Tag auf den anderen geschehen werde. Sie erneuerte zudem ihre Aufforderung an Autohersteller wie VW, Kunden in Europa ebenso zu entschädigen wie in den USA.

Im EU-Parlament debattierten die Abgeordneten über den Abschlussbericht des „Dieselgate“-Untersuchungsausschusses, der EU-Kommission und Mitgliedsländern Versäumnisse bei der Kontrolle der Abgaswerte vorwirft. So sei die EU-Kommission Hinweisen auf Fehlverhalten nicht nachgegangen und die EU-Staaten hätten das Verbot von Abschalteinrichtungen („Defeat Devices“) nicht durchgesetzt.

Was bringt uns die EU?
Leben, wo man will
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Zentraler Punkt der EU ist der Binnenmarkt, und dort gelten die vier sogenannten Grundfreiheiten: freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapitalverkehr. Das bedeutet, EU-Bürger dürfen überall in der Union reisen, leben, lernen und arbeiten.

Auslandsstudium
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Für ein Semester ins Ausland zu gehen ist bei vielen Studenten fest eingeplant. Das EU-Programm „Erasmus“ unterstützt sie dabei seit 1987. Nach Angaben der EU-Kommission haben es schon rund neun Millionen Menschen genutzt, nicht nur Hochschulstudenten, sondern auch Azubis, Lehrer und Jungunternehmer.

Roaming
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Die EU will dafür sorgen, dass es beim Blick auf die Handyrechnung nach dem Urlaub in Europa kein böses Erwachen mehr gibt. Ab 15. Juni soll es keine Roaming-Gebühren mehr geben, also keine Aufschläge mehr im EU-Ausland beim Telefonieren, SMS-Schreiben oder Surfen.

Verbraucherschutz
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Ob beim Shoppen im Internet oder bei Überweisungen ins Ausland: Die EU versucht, Verbraucherrechte zu schützen. Gefährliche Produkte, Krankheitsvorsorge, saubere Luft, Entschädigung bei ausgefallenen Flügen Brüssel kümmert sich um alles Erdenkliche. Oder versucht es zumindest.

Forschung
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Zwischen 2014 und 2020 investiert die EU rund 80 Milliarden Euro in die Forschung und Ideen, die irgendwann Furore machen sollen, seien neue, wirksame Antibiotika oder die Erdbeobachtung durch Satelliten. „Horizont 2020“ heißt das Programm.

Zuerst hatten US-Behörden im September 2015 VW öffentlich der Abgasmanipulation beschuldigt. Der Wolfsburger Konzern sieht sich in der Affäre um manipulierte Werte bei Millionen Dieselfahrzeugen mit zahlreichen Klagen und Schadenersatzforderungen konfrontiert.

Als Antwort auf den Abgasskandal hat die große Mehrheit des EU-Parlaments für schärfere Regeln bei der Zulassung von Pkw-Modellen gestimmt. So sollen Interessenkonflikte künftig vermieden werden, indem Autohersteller ihre Gebühren für die Typgenehmigung nicht mehr direkt bei den jeweiligen Zulassungsstellen entrichten. Die Behörden sollen vielmehr vom jeweiligen EU-Staat finanziert werden, der aber wiederum entsprechende Mittel von den Herstellern einfordern kann. Für die neuen Regeln, die noch mit den Mitgliedsländern abgestimmt werden müssen, stimmten 585 Abgeordnete des 751 Parlamentarier umfassenden Plenums in Straßburg.

Die EU-Kommission soll zudem das Recht erhalten, selbst Tests bei bereits zugelassenen Fahrzeugtypen vorzunehmen. Die nationalen Behörden sollen die Entscheidungen ihrer Kollegen in anderen Ländern prüfen können. Bei Verstößen drohen den Herstellern Strafen von bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug. Mit den neuen Regeln will die EU das Verbot von Abschalteinrichtungen besser durchsetzen.

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2 Kommentare zu "Europa-Parlament: EU rechnet mit baldigem Diesel-Aus"

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  • Wie ist es das dann mit Kersosin für Flugzeuge,
    mit Brennstoffen zum heizen,
    mit dem Hausverstand normaler Leute ?
    Gehört deren Abschaffung zu den wesentlichen Aufgaben der EU ?

  • " rechnet EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska mit einem baldigen Ende von Dieselmotoren."

    Schön, endlich keine LKW mehr auf den Straßen.


    Ich rechne eher mit dem Ende der EU- samt deren hoffnungslos überbezahlten Kurzdenkern.

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