Europa-Reise des US-Präsidenten
Obama untermauert den Führungsanspruch der USA

US-Präsident Barack Obama demonstriert in Europa Führungsstärke. Ob beim Kampf gegen Wirtschaftskrise und Terrorismus oder bei Klimaschutz und Abrüstung - die USA wollen sich an die Spitze setzen, lautete die Botschaft Obamas auf seiner ersten offiziellen Reise zu den europäischen Verbündeten.

HB STRASSBURG/PRAG. Obamas erste Europa-Reise war voll gepackt mit wichtigen Terminen. Sie führte ihn zu Gipfeltreffen in London (G20), Baden-Baden, Kehl und Straßburg (Nato) sowie Prag (EU-USA). Zum Abschluss der gut einwöchigen Visite wollten Obama und seine Frau Michelle am Sonntag in die Türkei reisen.

Mit einem diplomatischen Kraftakt setzte Obama gegen türkischen Widerstand den dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen als Nato-Generalsekretär durch. Am erbitterten Streit um Rasmussen drohte der Gipfel des Militärbündnisses in Straßburg, Kehl und Baden-Baden am Freitag und Samstag zeitweise zu scheitern. Obama ersparte den Gastgebern aus Deutschland und Frankreich, Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy, eine schwere Blamage. Ohne eine Einigung auf Rasmussen wären die 28 Staats- und Regierungschefs zum 60. Geburtstag der Allianz im Streit auseinandergegangen. Rasmussen löst am 1. August den Niederländer Jaap de Hoop Scheffer auf dem höchsten politischen Posten der Nato ab.

Eher enttäuschend für Obama war die Resonanz der europäischen Partner auf dessen neue Afghanistan-Strategie. Sie sehen zwar den Krieg in Afghanistan einmütig als Bewährungsprobe, verweigern Obama aber massive Hilfe für seine neue Strategie. Damit müssen die USA immer stärker das Vorgehen gegen die radikal-islamischen Taliban am Hindukusch dominieren. Der US-Präsident warnte, das Terrornetzwerk El Kaida bedrohe fast acht Jahre nach den Anschlägen auf die USA weiterhin alle Bündnis-Partner.

Ein harter Kontrast zu den vielen Begegnungen von Barack und Michelle Obama mit begeisterten Menschen waren die Bilder bei den Demonstrationen gegen die Nato in Deutschland und Frankreich. Molotow-Cocktails, brennende Häuser, Straßenschlachten und Tränengas: Hunderte Randalierer hinterließen in Straßburg Spuren der Verwüstung und störten massiv den friedlichen Protest gegen den Nato-Gipfel. Gut 16 000 friedliche Nato-Gegner gingen in Straßburg und der deutschen Stadt Kehl auf die Straße.

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