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03.01.2009 
Streit Russland vs. Ukraine

Europäer befürchten Gas-Engpass

Langsam machen sich die Europäer doch Sorgen über die Sicherheit der Gaslieferungen aus dem Osten. Der Streit zwischen Russland und der Ukraine hat offenbar zu ersten Rückgängen bei der Lieferung geführt.

Ukrainische Gas-Kompressor-Station. Foto: ReutersLupe

Ukrainische Gas-Kompressor-Station. Foto: Reuters

HB PRAG/KIEW/MOSKAU. Den Befürchtungen gab die ukrainische Regierung neue Nahrung. Sie warnte am Samstag, binnen zehn Tagen könne es zu "ernsten technischen Problemen" bei der Durchleitung von russischem Gas für europäische Kunden kommen, wenn Russland nicht mehr Gas für EU-Länder bereitstelle. Wenn der Druck in den Leitungen falle, könne der Gas-Transit unterbrochen werden, sagte der Energieversorgungs-Experte des Präsidenten Viktor Juschtschenko, Bogdan Sokolowski: "Das ist dann nicht unser Fehler."

Am Samstag hatten bereits einige osteuropäische Länder einen Rückgang der Gaslieferungen gemeldet. So teilte Bulgarien mit, die Lieferungen aus Russland seien binnen 24 Stunden um bis zu 15 Prozent zurückgegangen. Schon am Freitagabend hatte Polen erklärt, es seien sechs Prozent weniger Erdgas angekommen als vereinbart. Rumänien meldete sogar einen Lieferrückgang um knapp ein Drittel.

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft warnte indes vor übertriebener Sorge vor einer drohenden Gasknappheit in Europa. "Die Lager sind voll", sagte der tschechische Vize-Regierungschef Alexander Vondra nach einem Treffen mit Gazprom-Vize Alexander Medwedew in Prag. Auch die Bundesregierung hatte Freitag erklärt, Verbraucher in Deutschland müssten keine Versorgungsengpässe fürchten. Der Streit habe bisher keine Auswirkung auf Deutschland, teilte auch der führende Erdgas-Importeur Eon Ruhrgas mit.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte im Bayerischen Rundfunk: "Wir sind in Deutschland in einer vergleichsweise glücklichen Lage." Man habe die größten Gasspeicher Europas, die gut gefüllt seien. Außerdem beziehe Deutschland auch aus anderen Ländern Gas.

Auch Polen und Ungarn gaben im Laufe des Tages wieder Entwarnung. Die Lage habe sich in Polen am Samstag wieder stabilisiert, erklärte der Energie- Berater der polnischen Regierung, Maciej Wozniak. Der polnische Leitungsbetreiber Gaz-System teilte mit, am Freitag Nachmittag sei ein Druckabfall um elf Prozent festgestellt worden. Ersetzt wurde dieser Verlust durch zusätzliche Importe aus dem weißrussischen Transitnetz. Der Import aus dieser Richtung könne beim Bedarf täglich erhöht werden.

Die ungarische Erdgas-Transportfirma FGSZ dementierte am Samstag Berichte, wonach die Gaslieferungen aus Russland zurückgegangen seien. Am Freitag sei die vertraglich festgelegte Menge Gas vollständig angekommen, sagte eine Sprecherin. Es habe zwar einen leichten Druckabfall in der Pipeline gegeben, doch steige dieser inzwischen wieder. Die EU- Kommission hatte am Freitag in Brüssel mitgeteilt, Ungarn beziehe derzeit nur noch 32 Millionen Kubikmeter, 10 Millionen weniger als vertraglich vereinbart.

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