Europäer fordern Klarstellung nach Dubai-Statement: G7 weiter uneins im Streit um Dollarschwäche

Europäer fordern Klarstellung nach Dubai-Statement
G7 weiter uneins im Streit um Dollarschwäche

Die Finanzminister der G7-Staaten waren zum Auftakt ihres Treffens in Florida von einer Einigung im Streit um den schwachen Dollar weit entfernt.

HB BERLIN. Der Streit um die Dollarschwäche steht im Mittelpunkt des derzeitigen G7-Treffens in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida. Mehrere teilnehmende Finanzminister aus Europa kritisierten zu Beginn des Treffens, dass der niedrige Dollarkurs die Exportchancen und damit auch die Wachstumsperspektive der EU-Länder behindere.

US-Finanzminister John Snow zeigte sich dem Vernehmen nach aber nicht bereit, auf die Bedenken der Europäer einzugehen. Denn gerade im Wahljahr kommt der US-Regierung die Dollarschwäche nicht ungelegen. Die US-Industrie begrüßt einen schwachen Dollar, da sie dadurch eine stärkere Position im weltweiten Wettbewerb erhalten.

Zu Beginn des Treffens war noch nicht abzusehen, ob sich die G7-Staaten zu einer gemeinsamen Formulierung über die Wechselkursentwicklung durchringen werden und wie diese dann aussehen könnte. Die Europäer dringen auf eine klare Aussage, um so den Anstieg des Euro zu bremsen. Damit solle vor allem die Erklärung vom letzten G7-Treffen in Dubai erläutert werden. Damals lösten Hinweise zu mehr Flexibilität der Wechselkurse, mit Blick auf die an den Dollar gekoppelten asiatischen Währungen, einen kräftigen Absturz des Dollar zum Euro aus.

Die Europäer möchten zudem, dass die Japaner ihre Interventionen einstellen, um den Aufwertungsdruck auf den Euro zu mindern. Der japanische Finanzminister Sadakazu Tanigaki deutete indes bereits vor dem G7-Treffen an, dass Japan weiterhin Maßnahmen gegen exzessive Wechselkursbewegungen ergreifen werde.

Weiteres Thema des Ministertreffens ist das Rekord-Haushaltsdefizit der USA, das derzeit rund fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht. Bei einem Treffen zwischen Bundesfinanzminister Hans Eichel und seinem US-Kollegen am Rande des G7-Treffens versicherte Snow, die USA wollten das Minus in den kommenden fünf Jahren auf knapp zwei Prozent des BIP drücken. Eichel nannte dies eine gute Verpflichtung.

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