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Europäische Union: Deutsche mögen die Briten

Auf der Insel wird über einen Rückzug Englands aus der EU diskutiert. Die Mehrheit will nur noch raus aus der Union. Was ein Großteil der Deutschen bedauern würden – wie das Ergebnis einer Umfrage beweist.

Rein oder raus aus der EU? Über diese Frage streiten die Briten. Quelle: picture-alliance/ dpa
Rein oder raus aus der EU? Über diese Frage streiten die Briten. Quelle: picture-alliance/ dpa

BerlinEin Großteil der Deutschen befürwortet einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union. Bei einer von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Auftrag gegebenen Erhebung sprachen sich 64 Prozent der Befragten dafür aus, dass Großbritannien in der EU bleibt. Lediglich 22 Prozent gaben an, es sei für die Europäische Union besser, wenn die Briten den Staatenbund verlassen würden.

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Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Mitte Dezember 1.001 Menschen. Das Ergebnis der Umfrage wird in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Internationale Politik" veröffentlicht, die an diesem Freitag erscheint.

Europäische Union (EU)

Die Briten gelten in der Europäischen Union als Sonderfall. Nirgendwo blickt man so skeptisch nach Brüssel wie auf der Insel. Die "Eiserne Lady" Margret Thatcher rang ihren Kollegen in den 1980er Jahren sogar den sogenannten Britenrabatt ab, nach dem das Vereinigte Königreich weniger in den gemeinsamen Topf einzahlen muss als andere EU-Staaten mit vergleichbarer Wirtschaftskraft. Auch auf der großen Weltbühne scheinen sich die Briten häufig den USA stärker verbunden zu fühlen, als ihren Bündnispartnern auf dem Kontinent.

In Großbritannien ist hingegen nur eine Minderheit für den Verbleib des Landes in der Europäischen Union. Gerade einmal 28 Prozent befürworten die EU-Mitgliedschaft, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Bei einem Referendum würden demnach 49 Prozent der Briten für einen Austritt ihres Landes aus der Union stimmen.

 


  • 03.01.2013, 08:35 UhrDieInsel

    Die Briten sind eine tragische Nation, da die britischen Spitzenpolitiker mehr der Finanzindustrie und den reichen Briten zur Hand gehen. Es wird lediglich populistisch britisch für die Masse getönt. Bislang funktioniert es noch so. GB hat aber schon eine breite Schneise der Deindustrialisierung hinterlassen. Da Rest ist emotionale Tradistionspflege und das Festhalten an liebgewonnenen Zermonienstandards.

    Etliche Briten haben es schon erkannt und arbeiten längst im Ausland. Für sie ist GB eher Altersruhesitz und urlaubsland. Das politische System in England ist von der Realität so entrückt, wie die vielen Andenkenverkaufsläden, die die "made in China"-Aufkleber vorher von den Verkaufsartikeln abknibbeln, damit die Realität nicht so spürbar ist.
    Politisch wird ein EU-Austritt und ín Schottland eine Eigenständigkeit diskutiert. Briten sind skurill. Aber auch liebenswert ... daher mögen Deutsche die Briten.

  • 03.01.2013, 09:07 Uhrgolfer

    wir sollten es wie die Briten machen, RAUS aus der EU und mit den Niederlanden, den Finnen und den Östereichern eine NORD_EU mit eigener Währung (den NORD-EURO)gründen; dann können die SÜD-Europäer (unter Führung von Frankreich) Schulden machen wie sie wollen!!

  • 03.01.2013, 10:23 UhrSayTheTruth

    Hört auf mit euren "Umfragen" ! Die Briten sollen Briten bleiben, dann sind sie uns am Liebsten. Und das können sie nur ausserhalb der EU und ausserhalb des Peitschen-Radius von Barosso und Rompuy. Was ist daran zu bedauern wenn sie frei und unabhängig bleiben ? Sie sind doch deswgen nicht weg - noch nicht mal 1 Zoll weiter entfernt von Deutschland. Im Gegenteil - die Briten müssen das Freiheitserbe von Lord Nelson (Freiheit von Frankreich) und von Cromwell (Freiheit vom deutschen König und Errichtung des House of Parliament) VERTEIDIGEN.

    Alle müssen austreten aus de EU und zurück zur EWG. Fertig.

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