Europäische Union
EU-Osterweiterung: Keine Zeit für Bremser

Brüssel feiert: Vor fünf Jahren wurde mit der Ost-Erweiterung der EU die Teilung Europas endgültig überwunden. Auf einen Schlag nahm die EU damals zehn Staaten mit rund 75 Millionen Einwohnern auf: Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen sowie die Mittelmeerinseln Malta und Zypern. Bilanz und Ausblick.

DÜSSELDORF. Die Flaggen sind gehisst. Beethovens „Ode an die Freude“ ist verklungen. Nun liegen sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer in den Armen. Es ist 18 Uhr, als für die Europäische Union in Dublin ein neues Zeitalter beginnt. „Mögen alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen“, sagt die irische Präsidentin Mary McAleese feierlich.

Es ist der 1. Mai 2004, und das Halbrund der Fahnen vor dem Amtssitz der Staatschefin ist um zehn Motive reicher. Der irische Literaturnobelpreisträger Seamus Heaney trägt ein Gedicht vor, das er für diesen Tag geschrieben hat – es handelt vom mythischen Vogel Phönix, der, aus der Asche aufsteigend, die Kunstfertigkeit besitzt, sich immer wieder selbst zu erneuern. Was für eine Symbolik!

Doch was ist geblieben von der europaweiten Euphorie fünf Jahre nach der bis heute größten Erweiterungssrunde der Europäischen Union?

Tatsächlich darf die Aufnahme von zehn mittel- und osteuropäischer Ländern sowie Malta und Zypern am 1. Mai 2004 in die EU als Meilenstein von historischer Dimension gelten; mit den Neuzugängen Rumänien und Bulgarien 2007 stieg die Zahl der Unionsmitglieder schließlich sogar auf 27. Diese Erweiterung markierte das Ende der Teilung Europas als Konsequenz des Kalten Krieges und leistete einen enormen Beitrag zur Konsolidierung von Demokratie im Osten.

Es ist eine historische Leistung, dass der Großteil eines Kontinents in Gestalt der EU-27 in Frieden zusammenlebt und Konflikte mit Hilfe demokratischer Spielregeln löst. Bei aller – oft berechtigten – Kritik am Kleinklein des Alltags: Dieser Erfolg ist nicht überzubewerten. Er allein ermöglicht gemeinsames erfolgreiches Wirtschaften. Bisweilen heißt es, Europa müsse mehr sein als eine Friedensgemeinschaft – doch erst als solche, kann sie darüber hinaus gehende Wirkungen entfalten.

Die aktuelle weltweite Wirtschaftskrise macht all zu schnell vergessen, dass die Erweiterung vor fünf Jahren zudem den Grundstein legte für eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung nicht nur in den Beitritts- sondern auch in den Altländern.

Das Wachstum bei den Neuzugängen stieg in den folgenden Jahren durchschnittlich um zwei auf 5,5 Prozent – sie profitierten von neuen Exportmöglichkeiten sowie von Wissenstransfer und Investitionen aus den alten EU-Ländern. In den mittel- und osteuropäischen Staaten entstanden mehr als drei Millionen neuer Jobs. Innerhalb Europas konnten sich so die Unterschiede hinsichtlich des Lebensstandards verringern.

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