Europäische Union : Freie Bahn für Klonfleisch

Europäische Union
Freie Bahn für Klonfleisch

Die Verhandlungen für eine EU-Regelung zur Kennzeichnung von Klonfleisch sind vorerst gescheitert. Der Verbraucher wird in Zukunft nicht wissen, ob das Fleisch auf dem Teller von Nachfahren eines geklonten Tieres stammt.
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Brüssel Fleisch und Milch von Nachfahren geklonter Tiere können auch künftig ohne Kennzeichnung in Europas Supermärkten verkauft werden. Das Europaparlament scheiterte in der Nacht zum Dienstag mit seiner Forderung nach einem Verbot und strikten Vorgaben für die Vermarktung von Klonfleisch am Widerstand von EU-Mitgliedsstaaten und Europäischer Kommission. Die letzte Verhandlungsrunde ging nach zwölf Stunden ergebnislos zu Ende, teilte der ungarische EU-Vorsitz in Brüssel mit. Es bleibe somit vorerst bei der gegenwärtigen Rechtslage, die kein Verbot vorsieht.

Steaks, Schnitzel und Käse von Klontiernachkommen landen somit weiter auf deutschen Tellern, ohne dass die Verbraucher davon erfahren - es gibt dafür keine Zulassungspflicht. Geklonte Tiere selbst werden in der EU zwar nicht zu Lebensmitteln verarbeitet. Es kann aber sein, dass sich Produkte von Klontiernachfahren, die mit Bullensperma aus den USA oder Lateinamerika gezeugt wurden, im Handel befinden. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Europa-Abgeordnete sprachen von einer schlechten Nachricht für Verbraucher. "Offenbar wollen die Mitgliedsstaaten, dass die Verbraucher Klonfleisch essen, ohne dies zu erfahren", kritisierte der gesundheitspolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion, Peter Liese (CDU).

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  • als wenn klonfleisch das einzigste problem ist
    http://lebensmittelkrieg.blogspot.com/

  • Damit wir uns nicht mißverstehen: Die Verfütterung von Tiermehl an 'vegetarische' Tiere halte ich grundsätzlich für Schwachsinn bzw. für kriminell. Von den Auswüchsen bei der Verarbeitung von Schafkadavern mit Scrapiebefall wollen wir überhaupt nicht erst reden.

    Sie werden mich ganz eindeutig auf der Seite derer finden, die gegen jeden Verstoß einer 'artgerechten' (schwieriger Begriff) und natürlichen Tierhaltung protestieren.

    Bei der Klontechnik sehe ich das allerdings anders. Es ist ein Verfahren der Züchtung. Bei dem 'natürlichen' Zuchtverfahren durch Selektionen und Kreuzungen (mit der konventionellen Befruchtung) finde ich die Erzeugung von Tieren (auch Pflanzen) dann abstoßend, wenn dabei Lebewesen erzeugt werden, die unter erzeugten Konstitution leiden müssen. Z. B. Schweine, die kaum noch laufen können.

  • P.S. Interessanter link: www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/landwirtschaft/lebensmittelpolitik/agrarfabriken_stoppen/


    „Die exportfixierte Industrie will mit aller Kraft die Kosten für die Rohstoffe aus der Landwirtschaft in der EU senken. Dazu wollen Monsanto, Müller-Milch, BASF, der Deutsche Bauernverband und Co die Industrialisierung der Landwirtschaft gemeinsam vorantreiben: Mit mehr Chemie und Dünger soll mehr Ertrag vom Hektar geholt werden. Mit steigenden und leichteren Importen von Gentech-Futter soll die Ausweitung der Fleischproduktion hierzulande vorangetrieben werden, denn in Europa fehlt die Futterfläche für den Boom der Massentierhaltung.

    Lästige und teure Umweltstandards gilt es aus Sicht der Industrie zu senken, neue strikt zu vermeiden. Sie will Agrarfabriken statt Bauernhöfe. Dort sollen auf Turboleistung gezüchtete Tiere mit Gentech-Futter in Massentierhaltung billiges Fleisch und billige Milch liefern. Und wir Steuerzahler sollen entlang der ganzen Produktionskette Subventionen in diese Agrarindustrie pumpen.“

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