Europäische Zentralbank gegen Einführung
Ein-Euro-Scheine wird's nicht geben

Die Ausgabe von Banknoten in kleiner Stückelung sei nicht notwendig, beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. Ein und zwei Euro wird es somit auch in Zukunft ausschließlich als Münzen geben.

HB FRANKFURT. Geldscheine zu ein und zwei Euro wären mit zu großen Nachteilen verbunden, erklärte die Zentralbank in Frankfurt. Für die kleinen Banknoten hatten sich vor allem südeuropäische Länder wie Italien eingesetzt, deren Bevölkerung vor der Einführung des Euro nicht an den Umgang mit einer Vielzahl von Münzen gewöhnt war. Der Fünf-Euro-Schein bleibt damit nun die Banknote mit dem niedrigsten Wert.

Die Nachfrage unter den Bürgern des Euro-Gebietes nach kleinen Geldscheinen sei zu gering und der Druck solcher Noten zu teuer, erklärte die EZB. Für die hauptsächlich betroffenen Branchen, den Einzelhandel und die Automatenindustrie, sei der Aufwand zu hoch.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) begrüßte den Beschluss der EZB. In Deutschland sei das nie ein Thema gewesen, weil sich die Stückelung der Noten vom Wert her an den früheren D-Mark-Scheinen orientiert habe, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. „Außerdem ist die Fälschungssicherheit bei Münzen höher als bei Scheinen“, nannte er ein Argument gegen die kleinen Scheine. Der Umstellungsaufwand hätte sich im Einzelhandel aber in Grenzen gehalten.

Auch die deutsche Automatenindustrie ist an Ein- oder Zwei-Euro-Noten nicht interessiert. Sie wünscht sich vielmehr schon lange eine Fünf-Euro-Münze. Dies könne den hohen Bedarf an Ein- und Zwei-Euro-Münzen reduzieren, sagte Karl Besse, Präsident des Bundesverbandes der Automatenunternehmen. „Ein Geldstück liegt einfach besser in der Hand als ein knuddeliger Schein.“

Der EZB-Rat verschob außerdem die Entscheidung, nach welchem Architekten-Entwurf das neue EZB-Gebäude im Frankfurter Osten gebaut werden soll, auf Anfang nächsten Jahres. In der engeren Auswahl sind drei in einem Architektenwettbewerb prämierte Modelle. Die EZB müsse noch weiter beraten, wie ihre speziellen Anforderungen am besten erfüllt werden können. Ursprünglich sollte schon im September geklärt werden, ob der erste Preisträger, das Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au, mit dem endgültigen Bauplan beauftragt werden sollte oder die anderen beiden prämierten Gruppen.

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