Europäische Zentralbank
Mersch baut Bankenaufsicht auf

Gerade erst ist Yves Mersch ins EZB-Direktorium aufgerückt, da bekommt er schon reichlich Arbeit. Der Luxemburger soll mit EZB-Vizepräsident Vitor Constancio den Aufbau der europaweiten Bankenaufsicht organisieren.
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FrankfurtDer neue EZB-Direktor Yves Mersch übernimmt gemeinsam mit EZB-Vizepräsident Vitor Constancio die Verantwortung für den Aufbau der neuen europaweiten Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag nach der ersten Direktoriumssitzung mit, an der Mersch teilnahm.

Mersch und Constancio sollen gemeinsam dafür sorgen, dass eines der wichtigsten Projekte in der Geschichte der EZB ein Erfolg wird und die neue Aufsicht über die Branche spätestens Anfang 2014 steht. Die Aufsicht ist der erste wichtige Pfeiler einer Bankenunion, die für mehr Stabilität in der Finanzbranche sorgen soll, um künftige Krisen zu verhindern. Die Aufsicht soll nach dem Willen der Regierungen um einen Abwicklungsmechanismus für strauchelnde Banken ergänzt werden.

Im EZB-Direktorium, das die Notenbank im Tagesgeschäft führt und die Sitzungen des für die Geldpolitik entscheidenden EZB-Rats vorbereitet, sitzen neben dem Präsidenten Mario Draghi (Italien), seinem Vize Vitor Constancio (Portugal) und Mersch noch drei weitere Notenbanker: der Belgier Peter Praet als Chefvolkswirt, der frühere deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, der als eine Art Außenminister die EZB international vertritt, und der für die Marktoperationen der Zentralbank verantwortliche Franzose Benoit Coeure.

Mersch komplettiert seit dem Wochenende das Direktorium und füllt die Lücke, die bereits im Frühjahr durch das Ausscheiden des Spaniers Jose Manuel Gonzalez-Paramo entstanden war. Er übernimmt deshalb zusätzlich zu seiner neuen Rolle beim Aufbau der Bankenunion unter anderem noch das Risikomanagement und die IT.

Die Berufung Merschs hatte sich immer wieder verzögert, weil das EU-Parlament lieber eine Frau auf dem Posten gesehen hätte. Am Ende setzten sich aber die Staats- und Regierungschefs der EU mit ihrem Wunschkandidaten durch, der dem stabilitätspolitischen Kurs der Bundesbank in vielen Punkten nahe steht. Die Amtszeit des dienstältesten Mitgliedes des EZB-Rats im Direktorium endet im Dezember 2020.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auch mit diesen Maßnahmen ist die EZB nicht mehr vor
    dem Bankrott zu retten, die den 'point of no return'
    mit dem Ankauf fauler Staatsanleihen bereits über-
    schritten hat, so daß sich das Märchen von einem
    'too big to fail' in ein 'too big to save' gewandelt
    hat.
    So versucht man sich noch mit dreißig zu selbster-
    nannten 'systemrelevanten' Banken über die europ.
    sozialistische Machtergreifung, kurz ESM genannt,
    welches nur ein hohles Gebilde ist, zu retten.
    Die Rechnung für diesen Unsinn hat der Deutsche
    Steuerzahler zu begleichen!




  • Wedelt jetzt der Hund mit dem Schwanz oder der Schwanz mit dem Hund?

    Eine etwas groteske Idee, die da vermeldet wird.

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