Europäischer Unternehmerverband
Wirtschaft fordert noch mehr Hilfen für Griechenland

Trotz Milliardenkredite fürchtet die Wirtschaft weiterhin Gefahren, die vom hochverschuldeten Griechenland ausgehen könnten. Der Europäische Unternehmerverband fordert deshalb noch mehr Hilfen für Athen.
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BerlinDie deutsche und europäische Wirtschaft fürchtet, dass von der Griechenland-Schuldenkrise noch weitergehende wirtschaftliche Gefahren ausgehen könnten. Der Europäische Unternehmerverband Businesseurope befürwortet daher zusätzliche Hilfen für das Land, etwa indem man der Regierung in Athen mehr Zeit für die Rückzahlung der Schulden gibt, wie Verbandschef Jürgen Thumann am Donnerstag mitteilte.

Laut Thumann könnte man auch über die Zinsen für europäische Hilfskredite an Griechenland sprechen. Gerade Deutschland, dem es wirtschaftlich relativ gut gehe, sollte dazu seinen Beitrag liefern. Einen scharfen Schuldenschnitt zulasten privater Gläubiger lehnte der Verbandschef aber ab. Er hält den diskutierten Weg von freiwilligen Kredit-Laufzeitverlängerungen für richtig.

Der Siemens-Konzern sorgt sich, dass die Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern letztlich sogar Finanzierungsprobleme für Unternehmen nach sich ziehen könnten. Einige hoch verschuldete EU-Staaten kämen wohl "auf Dauer um eine Schuldenrestrukturierung nicht herum", sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. "Ein solcher Kapitalschnitt könnte eine zweite Krisenwelle in der Finanzwirtschaft auslösen - und das zu einer ernsten Kreditklemme führen." Dies könnte nicht nur Bankkredite betreffen, "sondern durch das veränderte Zinsgefüge eventuell auch die Anleihemärkte treffen", sagte Kaeser.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) pocht bei der Beteiligung privater Gläubiger im Falle Griechenland strikt auf das Freiwilligkeitsprinzip. "Die eventuell erforderliche Umschuldung Griechenlands darf nur auf freiwilliger Basis erfolgen", sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer der "Rheinischen Post". Andernfalls drohe auch bei einer sogenannten sanften Umschuldung eine "Kettenreaktion in den hochverschuldeten Ländern." Dann drohe Ansteckungsgefahr. "Wenn Schuldnerländer im guten Willen und konstruktiv mit ihren Gläubigern verhandeln, blieben nicht kooperierende Investoren eine kleine Minderheit", argumentierte Kemmer.

Innerhalb der EU wird inzwischen damit gerechnet, dass Griechenland weitere Hilfen benötigt. Im Gespräch ist in diesem Zusammenhang eine "sanfte Umschuldung" unter Beteiligung privater Gläubiger, was einen Aufschub für das Land bei der Rückzahlung von Krediten bedeuten könnte.

Die EU und der Euro-Rettungsfonds EFSF planen derweil, für die Hilfskredite an Portugal und Irland bis zum Juli insgesamt 15,3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Die Anleihen mit einem Volumen von jeweils drei bis fünf Milliarden Euro sollen zwischen dem 23. Mai und dem 15. Juli begeben werden, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Die Laufzeiten lägen zwischen fünf und zehn Jahren. Für den EU-Rettungstopf EFSM und für den EFSF seien im zweiten Quartal jeweils zwei Emissionen geplant. Die EU will den Kapitalmarkt danach bis zum Jahresende noch zwei Mal anzapfen, der EFSF noch vier Mal.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Banken und Unternehmen müssen sich wahrscheinlich keine Sorgen machen, ihr Geld wird fließen. Die Unternehmen wollen einfach nur wie früher exportieren und sich sein das ihre Ware auch bezahlt wird. Wie wäre es denn mit einer Staatsbürgschaft für Exporteure? Der Staat übernimmt die Garantien und den Unternehmen ist es egal mit wem sie Geschäfte machen und ob sie überhaupt zahlen können. Da orientieren die sich wohl an den Banken und wie gut das flutscht zwischen Staat und Banken und wollen auch ihren Teil vom Kuchen. Ich sage nur Staatswirtschaft und keine Marktwirtschaft was wir hier erleben.

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