Europaparlament
Marine Le Pen will rechtsextreme Fraktion bilden

Das Erstarken der rechtsextremen Parteien bei der Europawahl hat eine erste praktische politische Konsequenz: Es bildet sich eine neue Fraktion im Parlament um Marine Le Pen und ihren Front National aus Frankreich.
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BrüsselDie rechtsextremistische französische Partei Front National (FN) und andere EU-skeptische Parteien wollen eine neue Fraktion im Europaparlament bilden. „Wir werden unsere Gruppe formieren“, sagte die FN-Vorsitzende Marine Le Pen am Mittwoch in Brüssel. Die FN war am Sonntag mit rund 25 Prozent als stärkste Kraft aus der Europawahl in Frankreich hervorgegangen.

Le Pen und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders von der Partij voor de Vrijheid (PPV) kündigten an, es hätten sich bereits fünf Parteien zusammengefunden. Dazu gehören die italienische Lega Nord, die österreichische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und die fremdenfeindliche belgische Partei Vlaams Belang.

Zur Bildung einer Fraktion im Parlament sind 25 Abgeordnete nötig, die in mindestes sieben Mitgliedstaaten gewählt sind. Le Pen sagte nicht, mit welchen Parteien noch verhandelt wird. Sie schloss aber aus, dass die ungarische Jobbik-Partei, die eine Hass-Rhetorik gegen Minderheiten richtet, Mitglied der neuen Gruppe werden könnte.

Bisher gibt in der europäischen Volksvertretung sieben Fraktionen. Am rechten Rand ist bisher die die Gruppe „Europa der Freiheit und der Demokratie“ (EFD) vertreten, die EU-Gegner, Nationalkonservative und Rechtspopulisten vereint. Deren Fraktionschef ist Nigel Farage von der britischen UKIP.

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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Europaparlament: Marine Le Pen will rechtsextreme Fraktion bilden"

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  • Wer sind Europas Feinde wirklich?

    In der Diskussion um Europa herrscht in den Medien Begriffsverwirrung.
    Immer wieder ist die Rede von "Europafeinden" und "Europaskeptikern".

    Dabei kritisieren die "Europagegner" natürlich gar nicht Europa, sondern die staatliche Organisation Europas in der Europäischen Union – also den europäischen Zentralstaat.

    Nur Medien und Parteien setzen den Kontinent Europa frecherweise mit ihrem künstlichen Konstrukt in Brüssel gleich. So machen die Medien jeden EU-Kritiker zum "Europafeind"!

    Dabei ist ja ganz klar, wo die Europafeinde wirklich sitzen, nämlich in Brüssel selber.

    Mit Begriffen wird Politik gemacht – wir kennen das: "Verschwörungstheoretiker", "Homophobe", "Populisten": Alles Totschlagwaffen der Politisch Korrekten.

    Und nun also die "Europa-Hasser": "Wie gefährlich sind die Europa-Hasser?", plärrte die Bild-Website am 7. Mai 2014 in Riesenlettern.

    In Großbritannien seien die "Europafeinde stark wie nie", lamentierte das Handelsblatt (online, 23.5.14).

    Und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung beklagte nach der Europawahl vom 25. Mai 2014 einen "Erdrutschsieg der Europahasser".

    Unversehens kidnappen die EU-Ideologen gleich ganz Europa und erklären die Kritiker der EU zu Feinden des gesamten Kontinents!

    Nun wollen wir doch mal schön die Kirche im Dorf lassen – nichts könnte falscher sein.

    In Wirklichkeit sind die angeblichen "Europa-Hasser" dessen beste Freunde.

    Wie das?

    Ganz einfach: Das Projekt der EU ist nicht Vielfalt, sondern Einfalt.
    Es ist nicht Multikulti, sondern Monokulti.
    Es ist nicht bunt, sondern grau.
    Es ist nicht Toleranz, sondern Laissez-Faire.
    Es ist nicht Heimat, sondern Entwurzelung.
    Es ist nicht Identität, sondern Entfremdung.
    Es ist nicht Gleichberechtigung, sondern Gleichmacherei.

    Die glitzernde Vielfalt Europas und seiner Menschen wird zerstört.

    Die EU hat Europa gekidnappt und behauptet, mit dem Kontinent der Kulturen identisch zu sein.
    Wer gegen die EU sei, der sei gegen Europa.

  • Unsere Politiker nimmt doch niemand noch für ernst, genauso wie die in Brüssel. US wird sich auch neu Orientieren müssen, von daher ist mir die Populistische Meinung von System treuen Anhängern egal..!

  • Tja, ein bißchen komisch, die alt-neue Zensurpraxis hier in unserem Forum der HB-online Leser, von der ich annahm, dass sie der Vergangenheit angehören würde, nachdem nur noch angemeldete Leser die Möglichkeit haben zu kommentieren und sich damit die Spreu vom Weizen trennte.

    Fehlgeschlossen meinerseits. Liebes HB, die kommentierenden Leser sind auch Ihre Kunden. Es ist hochunprofessionel, die eigene Kundschaft zu verärgern und zu vergraulen.

    Politische Zensur unter dem Stichwort "unsachlich" sollten Sie anderen Presseorganen überlassen.

    Die Leser des HB sind intelligent und aufgeklärt genug, um sich selber ein Urteil zu bilden ob "sachlich" oder "unsachlich"

    Ein "pädagogisches Projekt" zur politischen Erziehung
    Ihrer Leser ist überflüssig. Berichten Sie objektiv, kommentieren Sie umfassend und ausgewogen, das reicht.

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