Europaparlament

Monsanto-Lobbyisten müssen draußen bleiben

Vor der Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat hat das Europaparlament noch Fragen, doch Hersteller Monsanto entzieht sich einer Anhörung. Nun entziehen die Politiker den Lobbyisten des Konzerns den Zugang.
Update: 29.09.2017 - 00:35 Uhr 7 Kommentare
Der US-Konzern Monsanto steht vor dem Zusammenschluss mit Bayer. Nun handelt sich Monsanto Ärger mit dem Europaparlament ein. Quelle: Reuters
Monsanto

Der US-Konzern Monsanto steht vor dem Zusammenschluss mit Bayer. Nun handelt sich Monsanto Ärger mit dem Europaparlament ein.

(Foto: Reuters)

BrüsselDas Europaparlament hat Lobbyisten des US-Konzerns Monsanto die Zugangsausweise entzogen. Die Entscheidung fällten Fraktionsvorsitzenden am Donnerstag auf Antrag der Grünen, wie deren Fraktionschef Philippe Lamberts mitteilte. Sie gelte bis auf Weiteres. Hintergrund ist nach Angaben der Grünen die Weigerung des Konzerns, zu einer Anhörung im Parlament zu erscheinen.

„Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament“, erklärte Lamberts. Nach wie vor gebe es Unklarheiten bei der Beurteilung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, das von Monsanto hergestellt wird. „Monsanto muss sich den Fragen der Parlamentariern stellen und darf die Aufklärung nicht behindern“, forderte der Fraktionschef.

Der deutsche Grüne Sven Giegold mahnte, die Zulassung des Pflanzengifts nicht zu verlängern, wenn ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden könne. Nach seinen Angaben ist es das erste Mal, dass einem Unternehmen der Zugang zum Europaparlament entzogen wird.

Der US-Agrarchemie-Konzern Monsanto steht vor einer Übernahme durch den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer. Die 66 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme würde Bayer mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Europaparlament: Monsanto-Lobbyisten müssen draußen bleiben"

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  • @Herr Holger Narrog, 29.09.2017, 08:19 Uhr

    Zitate aus dem Artikel:
    "„Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament“, (...)"; Ihr Kommentar dazu:
    "Faszinierend ist es wenn ein Unternehmen das segensreiche Produkte wie Pflanzenschutzmittel und gentechnisch optimierte Pflanzen herstellt und damit hilft ein Grundbedürfnis der Menschen zu erfüllen ausgesperrt wird."

    Was genau ist aus Ihrer Sicht am Bestehen auf Einhaltung demokratischer Spielregeln im Allgemeinen und an Aufklärung im Besondern auszusetzen?

    Gilt bzw. zählt nur Ihre Sicht der Dinge?

  • Herr Leo Löwenstein

    „Wir sind nur ein Fliegenschiss im Lauf des Universums.“

    Das sehe ich genauso. Deshalb sind mir Menschen, die sich aufführen, als seien sie der Mittelpunkt des Universums ein Greuel. Zur Bildung sollte auch gehören, sich z. B. Gedanken über die eigene „Wichtigkeit“ zu machen.

    Herr G. Nampf

    Danke für die Zusatz-Info.

  • Monsanto, seit langem bekannt auch als "der Konzern, der die Welt vergiftet" muss draußen bleiben. Sehr schön.

    Möchte Monsanto tatsächlich mal etwas Gutes tun, wäre es vielleicht mal ein guter Anfang die Produktion auf Kondome umzustellen und in den Regionen der Welt, die unter Überbevölkerung leiden, kostenlos zu verteilen.

  • @Leo Löwenstein29.09.2017, 08:28 Uhr

    Volle Zustimmung , bis auf ein Detail:

    In schon ca.800 Mio Jahren beginnt die Sonne sich so stark aufzublähen, daß es dann zu heiß für jedes höhere Leben auf der Erde ist.

  • Hallo Herr Löwenstein...

    " (ich meine Argentinien war das), wo seit geraumer Zeit massiv mit Glyphosat gearbeitet wird, sind die Missbildungen und Fehlgeburten rapide angestiegen."

    Ich denke Sie sollten sich nicht jeden Ökobären aufbinden lassen.

  • Da hat sich Monsanto und seine Macht etwas überschätzt, zumindest beim zahnlosen Parlament.
    Wenn man zu seinen eigenen Produkten, die höchstwahrscheinlich schädlich für den Menschen sind, keine Rede und Antwort stehen will, dann sollte man das Produkt bis auf weiteres sperren und auch Produkte, die mit diesem Mittel erzeugt wurden die Einfuhr verbieten.

    Wenn man sich bestimmte Gebiete in Südamerika ansieht (ich meine Argentinien war das), wo seit geraumer Zeit massiv mit Glyphosat gearbeitet wird, sind die Missbildungen und Fehlgeburten rapide angestiegen.
    Aber ist in den Augen von Monsanto ja nur ein Zufall, dass dies mit dem Beginn des Einsatzes von Glyphosat zusammenhängt.

    Andererseits richtet de Mensch den Planeten so oder so zu Grunde. Dem kleinen Mann wird aufopferungsvoll erklärt, wie er sich zu verhalten hat, die Konzern können wüten wie sie wollen.
    Also was solls, beschleunigen wir das, dann hat die Erde nochmal Zeit sich zu regenerieren, bevor sie in 4 oder 5 Mrd Jahren untergeht.
    Wir sind nur ein Fliegenschiss im Lauf des Universums.

  • Faszinierend ist es wenn ein Unternehmen das segensreiche Produkte wie Pflanzenschutzmittel und gentechnisch optimierte Pflanzen herstellt und damit hilft ein Grundbedürfnis der Menschen zu erfüllen ausgesperrt wird. Andererseits werden destruktive Lobbies wie Greenpeace seitens der EU hofiert.

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