Europapolitiker
Cohn-Bendit fürchtet Putsch in Griechenland

Ohne Hilfe von außen bestehe das Risiko eines Militärputsches in Griechenland, warnte der grüne Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit. Ein Ausstieg der Griechen aus der Euro-Zone sei nicht machbar, sagte Cohn-Bendit.
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ParisDer grüne Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit sieht in Griechenland ohne Nothilfe von außen die Gefahr eines Militärputsches. In einem Interview der französischen Zeitung „Le Monde“ (Donnerstagausgabe) meinte er: „In Griechenland ist der politische Raum eingestürzt, man muss ein Signal der Hoffnung setzen. Wenn man die Griechen sich alleine durchwursteln lässt, dann riskiert man einen Militär-Putsch. Der Fall des Lebensniveaus wäre noch dramatischer!“

Er persönlich glaube nicht, dass ein Ausstieg Athens aus dem Euro-Verbund machbar sei. Es gelte, mit den Griechen einen Ausweg zu suchen, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen können.

Mit Blick auf den zwischen Berlin und Paris zunehmend umstrittenen EU-Fiskalpakt warnte Cohn-Bendit den frisch gewählten sozialistischen Präsidenten François Hollande vor einem Konfrontationskurs. Die Kanzlerin dagegen habe verstanden, dass es ohne Bewegung auf ihrer Seite bei der von Hollande geforderten Wachstumskomponente keinen Fiskalpakt gebe. „Denn ohne Abkommen zwischen Frankreich und Deutschland macht ein Budget-Pakt keinen Sinn.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Grundpfeiler des griechischen Systems sind:
    1. keine Steuern zahlen,
    2. den Staat ausplündern wo es nur geht,
    3. das Ganze mit dem Geld des Auslands bezahlen.

    Dass die Griechen einerseits das "Spardiktat" ablehnen, andererseits im Euro bleiben wollen, ist aus deren Sicht völlig logisch: An den oben genannten Grundpfeilern darf eben nicht gerüttelt werden.

    Die Griechen wollen auch keine "Hilfe", etwa beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung. All dies wären aus ihrer Sicht Massnahmen einer "Besatzungsmacht". Die Freiheit, weiter nach ihrem System (siehe oben) verfahren zu dürfen, werden sie sich von niemandem nehmen lassen.
    Das Ausland darf nicht "helfen", es darf nur zahlen!

    Das griechische "System" hat sich in 400 Jahren Türkenherrschaft entwickelt und optimiert - und wurde von den Griechen in 200 Jahren staatlicher Eigenständigkeit mit allen Mitteln verteidigt (bis hin zum Mord an Ministerpräsident Kapodistrias!). Man kann sich kaum vorstellen, welche drastischen Massnahmen erforderlich wären, um dieses System aufzubrechen. Selbst die Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hat das nicht gekonnt.

  • Es wäre nicht der 1. Militärputsch in griechenland.

    Ganz unbegründet ist die Sorge nicht.

    Griechische Militärdiktatur 1967 bis 1974 oder „Das Regime der Obristen“[1] (griechisch Χούντα των Συνταγματαρχών), im griechischen Sprachgebrauch auch „Die Junta“ („Η Χούντα“), sind Bezeichnungen für das Militär-Regime, die das moderne Griechenland von 1967 bis 1974 beherrschten.

    Am Morgen des 21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs in Griechenland und damit zu dessen Machtübernahme.

    Quelle: wikipedia

  • Vielleicht könnten ja ausländische firmen Helfen, dort zu investieren und für Senkung der arbeitslosenquoute der Griechen zu sorfgen. Wenn die Leute wieder geld verdienen, können die mehr kaufen, was dann wiederum die wirtschaft ankurbelt und steuern kommen dann auch wieder rein. durch einkommen-Umsatz und Mehrwertsteuer.
    Vielleicht sollte man noch paar Steuersünder da zur Selbstanzeige "überreden".
    Es bräuchte vielleicht auch Leute, die bei der Organisation der Finanzen helfen oder schuldenberatun im größeren stil. Aber ohne wachstum bzw. Einnahmen kann man auch nichts zurückzahlen. Vom reinen sparen kommen nunmal keine Einnahmen. da sparen die sich zu toe, vielleicht im wahrsten sSnn. die leute da werden immer frustrierter und es gibt Krawalle. Das verstärkt dann wieder den Wunsch nach einer "harten Hand" im Staat und käme dann den ganz rechten zugute, oder das Militär putscht wieder.

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