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Europastudie: Staaten sollen mehr Verantwortung übernehmen

Jedes Land muss mehr Verantwortung tragen. Das wünschen sich die Europäer laut einer aktuellen Studie. Besonders die Deutschen wollen die Länder stärker in die Pflicht nehmen.

EU-Fahnen vor dem Ratsgebäude in Brüssel. Jeder Staat soll mehr Verantwortung übernehmen, finden die Europäer. Quelle: dpa
EU-Fahnen vor dem Ratsgebäude in Brüssel. Jeder Staat soll mehr Verantwortung übernehmen, finden die Europäer. Quelle: dpa

HamburgOb Terrorbekämpfung, Klimawandel oder Regulierung der Finanzmärkte: Zur Lösung der weltweiten Probleme muss nach Ansicht der meisten Europäer künftig jeder Staat stärker beitragen. In Deutschland erklärten einer aktuellen Studie zufolge sogar zwei Drittel der Befragten, alle Länder müssten mehr Verantwortung übernehmen, wie die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen am Mittwoch in Hamburg mitteilte.

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„Kein Land fordert die gleichmäßige Verteilung der Verantwortung auf jedes Land stärker als Deutschland.“ Am wenigsten wünschten sich das die Menschen in Frankreich und Griechenland. Kein Land sei allerdings bereit, eine Vorreiterrolle zu übernehmen und selbst mehr Verantwortung zu tragen.

Für die Europauntersuchung hat die Stiftung mehr als 11 000 Menschen in zehn Ländern befragen lassen. „Die Bürger sind sich einig, dass die Herausforderungen nur multilateral gelöst werden können“, erklärte der wissenschaftliche Leiter Ulrich Reinhardt.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

  • Irland

    Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

  • Griechenland

    Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

  • Spanien

    Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

  • Slowakei

    Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

  • Portugal

    Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

  • Frankreich

    Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

  • Niederlande

    Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

  • Slowenien

    Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

  • Zypern

    „Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Nur jeder zehnte Deutsche sieht der Umfrage zufolge Deutschland stärker in der Pflicht – aber etwa jeder fünfte Grieche, Franzose und Schweizer. In Deutschland fordern die unter 34-Jährigen überdurchschnittlich oft mehr Verantwortung von den USA und China, die über 55-Jährigen wollen lieber jedes Land verpflichten.

Mehr Engagement der USA und China könnten sich vor allem die Schweizer und Franzosen vorstellen, hieß es – aber kaum jemand aus Spanien oder Großbritannien. Einen stärkeren Einsatz der Europäischen Union wollen die meisten nicht: „Lediglich jeder fünfte Europäer und sogar nur jeder achte Deutsche wünscht sich mehr Verantwortung aus Brüssel.“

  • 08.05.2013, 19:56 Uhrhagadi

    "Staaten sollen mehr Verantwortung übernehmen"

    Heißt dann wohl, das Volk soll zahlen für den Mist, den die Politiker durch sämtliche Parteien hindurch verzapft haben!

    Eigentlich nichts Neues - Aber warum nur entfernt man diese Versager nicht mal aus ihren Ämtern, wenn die Möglichkeit dazu besteht?



  • 08.05.2013, 19:06 UhrSANTOS

    Man nehme den beruf des Lehrers als Beispiel :

    Ein Lehrer muss die Schüler in der schule unterrichten...wenn aber ein Schüler nicht mit dem Unterricht mitkommt dann muss der Lehrer sich mit den Eltern unterhalten...wenn aber der Lehrer bemerkt dass selber diese Eltern sich noch erziehen lassen müssen dann kommt noch diese Aufgabe auf dem Lehrer zu...und wenn zu den Eltern auch noch die Umgebungsverhältnisse der ganze Familie eine Rolle mitspielen dann hat man sehr viel Arbeit um einen einzigen Schüler ans ziel zu bringen.

    Jetzt hat der Lehrer aber nicht nur einen solchen Schüler sondern noch weitere in dem Unterricht dass mit solche umstände betroffen sind.

    Jetzt lasse man als Tätigkeit weg und setze die EU in dieser Rolle ein...und man rechne aus seit wie viele Jahren im Süden Fehler begangen worden sind die man nicht von heute auf morgen abstellen kann...und man errechne aber wie wichtig einen sofortigen Erfolg für ganz Europa notwendig ist.

    Viele würden sagen dass man kein Bock auf solchem stress hat...ich aber sage :

    Macht mich für nur 13 Monaten Arbeitsminister der gesamte EU und ich stelle innerhalb dieser 13 Monaten genau die hälfte von den aktuell 26 Millionen Arbeitslose Europäer in Arbeit und Brot...nur 13 Monate Amtszeit um 13 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz zu beschaffen...und dabei bezahlt man mir dafür monatlich nur einen regulären Arbeiterlohn.

    Die EU will aber nicht wirklich !

    Dann jammert uns Volk nicht voll an wegen eure Fehler !


  • 08.05.2013, 18:54 UhrDagmarK

    Mehr Verantwortung der Staaten, die sich nach europäischen Gesetzen richten sollen? Ein Widerspruch in sich!

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