Europawahl
Trotz Skandalen: Berlusconi siegt bei EU-Wahl

Trotz der Skandale um eine angebliche Affäre mit einer heute 18-jährigen Schülerin und einem öffentlichen Scheidungskrieg war ein Sieg des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Europa-Wahlen abzusehen. Berlusconis Flamme Noemi brachte unterdessen ein Wahllokal in Aufruhr.

HB ROM. Nach Auszählung von über der Hälfte der Wahlbezirke kam er mit seiner PDL auf 33,7 Prozent der Stimmen - nur etwa 3,7 Prozentpunkte weniger als noch bei den Parlamentswahlen 2008. Das Ergebnis dürfte für den 72-jährigen Medienmogul trotzdem eine Enttäuschung sein, hatte er doch bis zuletzt auch öffentlich noch von über 40 Prozent geträumt. Nach einem Wahlkampf, in dem es fast ausschließlich um das Privatleben und die Affären des konservativen Regierungschefs gegangen war, galten die Europa-Wahlen in Italien als Volksabstimmung über Berlusconi.

Als eigentlicher Sieger der Abstimmung erschien neben der ausländerfeindlichen Regierungspartei Lega Nord, die im Vergleich zum Vorjahr fast zwei Prozentpunkte gewann und auf rund 10,5 Prozent stieg, die Anti-Korruptionspartei IDV des ehemaligen Tangentopoli-Ermittlers Antonio di Pietro aus dem linken Flügel. Die IDV-Partei konnte ihre Stimmen mit etwa acht Prozent im Vergleich zu den Parlamentswahlen 2008 fast verdoppeln, während der Rest der linken Oppositionsparteien im Europäischen Trend Verluste verzeichnete.

Die demokratische PD sank um rund fünf Prozentpunkte auf 27,9 Prozent im Vergleich zu den Parlamentswahlen im Vorjahr. Die Kommunisten schafften es nicht einmal, die erstmals eingeführte 4-Prozent-Hürde zu überwinden.

Die endgültige Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministeriums mit 67 Prozent um 7,8 Prozentpunkte niedriger als noch 2004. Ein Rekord-Tief erlitt die Wahlbeteiligung in der Regional-Hauptstadt der mittelitalienischen Erdbeben-Region Abbruzzen. In den Zeltstädten der im April von einem schweren Beben verwüsteten Stadt L'Aquila wählten nur 27,9 Prozent der Wahlberechtigten gegenüber 73,1 von 2004.

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