Europawahl
Überraschende Niederlage für Rechtspopulist Wilders

Die Europawahl beginnt mit einer faustdicken Überraschung: Die Partei des rechtspopulistischen Niederländers Geert Wilders muss eine herbe Niederlage einstecken. In Deutschland liegt laut Umfragen die Union vorn.
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Den HaagBei der EU-Parlamentswahl in den Niederlanden deutet sich eine überraschende Schlappe für den Rechtspopulisten Geert Wilders an. Nach Schließung der Wahllokale veröffentlichte der Sender NSO eine Prognose, die seine antieuropäische Partei für die Freiheit (PVV) mit 12,2 Prozent auf Platz vier sieht. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren lag deren Ergebnis noch bei 17 Prozent.

Als großer Gewinner dürfte hingegen die proeuropäische linksliberale Partei D66 aus der Wahl hervorgehen. Auf sie entfielen laut der Prognose des Ipsos-Instituts 15,6 Prozent der Stimmen. Zugewinne verbuchte auch die Sozialistische Partei (SP), die nach 7,1 Prozent bei der Wahl 2009 diesmal zehn Prozent bekam.

Wilders zeigte sich vom Ergebnis konsterniert. „Wir haben wie Löwen gekämpft“, sagte er vor Anhängern. „Die Wahrheit ist, dass die Wahlprognosen enttäuschend sind.“ Für seine absehbare Schlappe machte er PVV-Unterstützer verantwortlich, die nicht zur Wahl gegangen seien. Zugleich erklärte er aber, dass das Ergebnis die „Aversion und das Desinteresse“ an Europa in der niederländischen Bevölkerung zeige.

Viele Experten hatten vor der EU-Parlamentswahl vor Zugewinnen für rechtspopulistischen Parteien mit antieuropäischer Agenda gewarnt. Das überraschend schwache Abschneiden von PVV scheint dem erwarteten Trend zuwiderzulaufen. Im vergangenen November hatten Wilders und die rechtsextreme Front National aus Frankreich eine Allianz geschmiedet und ein Bündnis mit anderen „patriotischen Gruppen“ in der EU mit Blick auf die Europawahl angekündigt.

Die Wahlprognosen fußen auf Befragungen von mehr als 20.000 Wählern an 40 Orten in den Niederlanden, wie Ipsos-Vertreter Reinier Heutink sagte.

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Deutsche zeigen geringes Interesse an der Wahl

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  • Kampfbegriff Rechtsextremismus

    Es ist niederträchtig und manipulativ die Front Nacional als "rechtsextrem" zu bezeichnen.
    Auf diesen wie ähnliche Begriffe sollte das Handelsblatt in Zukunft besser verzichten.

  • Kann das rechtens sein?

    Wir wählen in 28 Ländern in Europa ein europäisches Parlament. Die Wahl findet in diesen Ländern an verschiedenen Tagen statt.

    Bei uns in Deutschland ist es so, dass kurz vor der Wahl keine Prognosen mehr veröffentlicht werden dürfen. Außerdem dürfen Ergebnisse erst veröffentlicht werden NACHDEM die Wahllokale geschlossen wurden.

    Fragen:
    Welches Wahlrecht gilt auf europäischer Ebene? Dürfen jetzt bereits Ergebnisse, oder quasi als Wahlergebnis ausgegebene Umfragen veröffentlicht werden, obwohl die Wahl in vielen Ländern erst Tage später stattfindet?

    Das wäre meiner Meinung nach so, als ob bei der Bundestagswahl die Bundesländer an verschiedenen Tagen wählen, und die Ergebnisse eines Bundeslandes bereits veröffentlicht werden, obwohl andere Bundesländer erst Tage später wählen.

    Wenn man unser Wahlrecht auf die Europawahl zum Maßstab nimmt, dann dürften kurz bevor das erste Land wählt keine Prognosen/Umfragen mehr erlaubt sein, und die ersten Hochrechnungen/Ergebnisse dürften erst veröffentlicht werden, wenn die Wahllokale des zuletzt wählenden Landes geschlossen sind.

    Ich halte es für unabdingbar, dass ein Parlament an einem Tag von allen Wahlberechtigten gewählt wird. Ansonsten kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Abstimmung der später Wählenden durch die Bekanntgabe von Ergebnissen der früheren Teilwahl und deren Kommentierung beeinflusst wird.

  • Mal sehen, was dann nach der Wahl am Sonntag über das Wahlergebnis der "Rechten" in Holland angegeben wird. Mir klingt das ein wenig nach dem letzten Versuch der "guten" Medien, die Wähler in ihrem Sinne von der Wahl der AfD abzuhalten.

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