Europawahl-Serie, Teil 3
„Anti-EU-Gefühle überraschen mich nicht“

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven? Handelsblatt Online will's genau wissen. Heute antwortet Konstantina Karydi (30) aus Griechenland.

Was empfinden junge Menschen, wenn sie an Europa denken? Was wollen sie ändern, wann geht ihnen die EU auf die Nerven und warum gehen sie trotzdem zur Europawahl? Das wollte Handelsblatt Online wissen. In einer Serie beantworten uns Mitglieder des FutureLab Europe, einem Programm, das besonders engagierten jungen Europäern eine Stimme in der Debatte über Europas Zukunft gibt, diese Fragen. Heute antwortet Konstantina Karydi (30) aus Griechenland.

Europa ist für mich ...

... vor allem eine Idee. Die EU ist eine neuartige Idee davon, Nationen, Nationalstaaten und Bürger zu vereinen. So neuartig, in der Tat, dass wir vor 60 Jahren nicht in der Lage waren, sie klar zu definieren. Die Europäische Union bleibt ein UPO – ein unbekanntes politisches Objekt.

Es gab mehrere Versuche, sie mit Worten zu beschreiben, einer der Favoriten war „ein kosmopolitisches Imperium“; auch wenn der Begriff „Imperium“ nie funktioniert hätte. Die EU ist auch ein Projekt, manche sagen sogar, ein ausschließlich wirtschaftliches. Doch da bin ich gänzlich anderer Meinung.

Ich bin zwar nicht blind – gewiss scheinen 2014 Märkte und Waren sich deutlich freier bewegen zu können als Menschen –, trotzdem ist die EU sicher kein reines Wirtschaftsprojekt. Unsere Leben werden auf regionaler Ebene bestimmt durch Richtlinien und Gesetzte, die von der EU diskutiert, entwickelt und aufgesetzt werden. Sozialer Zusammenhalt, Energie, Müllbeseitigung, Forschung & Entwicklung und zahlreiche andere Politikfelder werden auf EU-Ebene mitentschieden, zusammen mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen.

Dennoch gibt es eine große Distanz zwischen der EU als Idee und den täglichen Politikentscheidungen. Daher würde ich mich für die Stärkung der Städte einsetzen, die Institution, die den Bürgern am nächsten ist und die eine Brücke über diesen Abgrund bilden könnte.

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