Kritik an rechten CSU-Parolen
Linkspartei stellt sich vor SPD-Spitzenkandidat

Giftige Töne im Europawahlkampf: Die CSU attackiert SPD-Spitzenkandidat Schulz wegen seiner flüchtlingsfreundlichen Politik. Der ruft Merkel zu Hilfe. Doch die CDU blockt ab. Dafür stellt sich die Linke auf seine Seite.
  • 8

BerlinDer Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat die CSU wegen ihrer Kritik an dem sozialdemokratischen Europa-Spitzenkandidaten Martin Schulz scharf attackiert. „Man muss kein Fan von Martin Schulz sein, um die Angriffe aus der CSU unterirdisch zu finden“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. Das seien „rechte Parolen“, die eine „geistige Bruderschaft“ mit dem Chef der alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke und der französische Nationalistin Marine Le Pen offenbaren.

„Ich finde es bestürzend, dass die Spitzen der CSU Stimmung gegen Flüchtlinge machen, während im Fernsehen die Bilder von der jüngsten Katastrophe vor Lampedusa laufen, wo wieder Flüchtlinge ertrunken sind“, sagte Riexinger weiter. „Das ermutigt braune Banden.“ Und es zeige einen „Abgrund an Menschenverachtung“, unterstrich der Linksparteichef. „Wenn sich die CSU-Abgeordneten auf dieser Basis ins EU-Parlament wählen lassen, dann gehören sie in die Fraktionen am rechten Rand.“

CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber hatte Schulz am Wochenende dafür kritisiert, dass er sich angesichts der vielen hundert Fälle ertrunkener Afrikaner im Mittelmeer für eine großzügigere Aufnahme von Bootsflüchtlingen ausgesprochen hatte. „Die Schlepperbanden in Afrika haben damit einen Geschäftsführer bekommen“, sagte Ferber.

Schulz forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die polemische Kritik von Unionspolitikern an ihm zu unterbinden. Diese Forderung hatte zuvor schon Parteichef Sigmar Gabriel erhoben. „Frau Merkel sollte ihre Parteifreunde endlich einmal zurückpfeifen“, sagte Schulz der „Passauer Neuen Presse“. „Immer wenn die Rechte nervös wird, versucht sie, aus Sozialdemokraten Vaterlandsverräter zu machen.“

Neben Ferber hatte auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer Schulz attackiert und vor allem dessen Vorstellungen zur Euro-Krisenpolitik aufs Korn genommen: „Die Fassade und die Person stammen aus Deutschland, aber die Stimme und die Inhalte stammen aus den Schuldenländern.“ CSU-Chef Horst Seehofer hatte Gabriels Forderung abgelehnt, seine Leute zur Räson zu bringen.

Kommentare zu " Kritik an rechten CSU-Parolen: Linkspartei stellt sich vor SPD-Spitzenkandidat"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn man alle Parteipolitiker in einen Sack steck und rauf hat, trifft man immer den Richtigen.

    Wer wählt eigentlich so einen Scheiß?

  • Mehr als Martin Schulz würde mich die Zukunft des Genossen Barroso interessieren. Hat er seinem Volk schon verraten, welches Amt er sich für die Zukunft gewählt hat? Oder erfährt das Volk seine Wahlentscheidung zu allerletzt?

  • Welch ein Aufstieg!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%