Multimedia-Projekt
„Ich bin ein EU-Baby“

Am 25. Mai wählt Europa – doch die Jugend hat ihre Wahl längst getroffen. Ein Projekt von Studenten zeigt: Die nationalen Grenzen sind nur noch in den Köpfen vorhanden – ihre Identität ist europäisch.
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In wenigen Wochen wählen die EU-Bürger ein neues Parlament. Wohin steuert Europa und wie begreift die Jugend die Union? Immer mehr junge Menschen sehen in Europa nicht die große Krise, sondern die große Chance. Wie sie diese nutzen, haben Studenten der TU Dortmund untersucht. Die Ergebnisse – ihre Videos und Interviews – präsentieren sie in einem Multimediaprojekt bei Handelsblatt Online.

Zum Start schreibt Student Christian Kleber über Europas Jugend, die nach den Sternen greift:

Europas Jugend hat ihre Wahl schon getroffen. „Alles ist besser, als zu Hause rumzusitzen“, sagt Alex. Zu Hause hieß für den 28-Jährigen Spanien. Zu Hause hieß 56 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Bevor er nach Deutschland kam. Junge Europäer wie Alex haben genug gewartet. Auf das Ende der Krise. Auf eine bessere Perspektive. Jetzt greifen sie selbst nach den Sternen des europäischen Banners – während die Schweiz ihre Grenzmauern hochzieht und sich die politische EU-Elite vor Russland und anderen Europagegnern fürchtet.

Abseits von großer Politik und medialer Inszenierung hat Europas Jugend die verzweifelte Jagd nach der Idee eines vereinten Europas für beendet erklärt. Sie wird gelebt – durch Jobwechsel, die Eltern oder das Internet.

„Ich bin ein EU-Baby“, sagt beispielsweise Maria. Sie ist in Belgien aufgewachsen, hat eine deutsche Mutter und einen portugiesischen Vater. Ihr Freund kommt aus Finnland, ihre besten Freunde aus England, Litauen und Holland. Ihr Zuhause heißt Europa. Ihr Traum: ein europäischer Pass.

Unterhalb des Krisenradars der europäischen Elite sind neben ersten nationalen Identitäten auch territoriale Grenzen bereits verschwunden. Wie Alex zieht es immer mehr Jugendliche ins Ausland. Allein in Deutschland ist die Zahl der Zuwanderer mit 1,08 Millionen aktuell auf dem höchsten Stand seit 1995. „Das sind regelrechte Migrationswellen“, sagt Constantin Gurdgiev, Professor für Finanzwissenschaft am Trinity College in Dublin. Seit vielen Jahren setzt er sich intensiv mit den Ursachen, Entwicklungen und Folgen der Euro-Krise auseinander.

Bei all dem Krisengeschrei wird allerdings außer Acht gelassen, dass bei weitem nicht jede Art von Krise integrationsgefährdend ist. Im Gegenteil: Konflikte können laut dem Soziologen Georg Simmel sogar gesellschaftsbildend wirken. In der öffentlichen Debatte ist davon kaum etwas zu lesen, fortlaufend ist von Trennung, Austritt und Spaltung die Rede. Positive Tendenzen werden entweder übersehen oder ignoriert.

Eine Ausnahme bilden EU-Blogs. Auch im Internet hat Europas Jugend seit mehreren Jahren bereits die Eigeninitiative ergriffen und feilt an einer europäischen Öffentlichkeit, die mehr für die EU übrig hat als Horrorszenarien.

Seite 1:

„Ich bin ein EU-Baby“

Seite 2:

„Immense Sprachbarriere“

Kommentare zu " Multimedia-Projekt : „Ich bin ein EU-Baby“"

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  • Ein EU-Baby kann nur bastardisiert sein. Ein gesichtloser Multimenschenmix, ohne Heimat und Zugehörigkeit und Ausdifferenzierung zu anderen Ethnien und Volksgruppen.

    Nicht Integration ist die Lösung, sondern Segregation !

  • Ist ja mal wieder so ein tolle Studie kurz vor dr Wahl.
    Ja, ja, das können einige in unsrem Land wiklich gut, die Bürer manipulieren

  • Unbeschadet Pro / Kontra der EU stellt sich dann in Bezug auf den "Zweistaatenpass" doch eher der komplette Wegfäll und dafür der Einsatz eines EU-Passes.
    Natürlich nur wer das will und dafür den "alten" Pass abgiebt.
    Der nächste Schritt, für "Nicht-EU-Bürger" mit entsprechenden Forderungen, wäre dann der Globel-Pass.
    Kein ironischer Beitrag!

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