Streitgespräch zur Europawahl
„Der Euro richtet nur Zwietracht an“

Hans-Olaf Henkel (AfD) fordert den Euro-Austritt, „je eher, desto besser.“ Alexander Graf Lambsdorff (FDP) hält dagegen. Beide Europawahl-Kandidaten streiten über den künftigen Kurs der EU, den Euro und die Ukraine.
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FrankfurtFünf Tage vor der Europawahl treffen wir die Kandidaten Hans-Olaf Henkel (AfD) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP) in der Frankfurter Handelsblatt-Redaktion. Beide hetzen von einem Termin zum nächsten. Henkel hat am Vorabend in Heidelberg zum Thema „Der Euro als Gefahr für Europa!“ gesprochen und fliegt später nach Berlin. Alexander Graf Lambsdorff muss zu einer Wahlkundgebung in der Frankfurter Innenstadt. Draußen scheint bei schweißtreibenden Temperaturen die Sonne. Auch die folgende Debatte ist nichts für kühle Gemüter.

Meine Herren, lassen Sie uns nett sein: Geben Sie doch mal eine Wahlempfehlung für Ihr Gegenüber ab. Herr Henkel, was spricht für die FDP?

Hans-Olaf Henkel: Für mich ist die FDP die zweitbeste Partei in Deutschland. Ich habe sie jahrelang unterstützt, mich in ihr Programm eingemischt und für sie Geld gesammelt. Aber seit Mai 2010, seit dem ersten Griechenland-Hilfspaket, ist die FDP nicht mehr meine Partei, weil sie in ihrer Euro- und Europapolitik alle ihre liberalen Grundsätze über Bord geworfen hat.

Graf Lambsdorff, was spricht aus Ihrer Sicht für die AfD?

Alexander Graf Lambsdorff: Ich kann die AfD nicht zur Wahl empfehlen. Der Gründungsimpuls der AfD war ein ökonomisch hergeleitetes Argument, nämlich das Unbehagen über die Stabilisierung des Euro. Darüber konnte man mit Fug und Recht streiten. Die AfD hat aber dann wie ein Zauberlehrling mit ihren populistischen Forderungen Kräfte entfesselt und in ihrer Partei gebündelt, die sie nicht mehr kontrolliert.

Was meinen Sie?

Lambsdorff: Das sehe ich zum Beispiel auf meiner Facebook-Seite, wo ich angegriffen werde, oft massiv unter der Gürtellinie. Hier ist eine Kraft entstanden, die Nationalismus und Populismus in Deutschland zum ersten Mal eine parteipolitische Struktur gibt.

Henkel: Ich kann dem natürlich nicht zustimmen. Bleiben wir mal bei dem letzten Teil Ihrer Aussage, dass Sie angegriffen werden. Ich sehe das umgekehrt: Seitdem ich mich öffentlich von der FDP losgesagt habe, werde ich persönlich von führenden Parteimitgliedern verunglimpft. Das ist (Parteichef Christian) Lindner, der mich als „Trübe Tasse“ bezeichnet, (Vize Wolfgang) Kubicki, der sich über mein Alter lustig macht oder Michael Theurer (Landeschef Baden-Württemberg – d. Red.), der (AfD-Chef Bernd) Lucke als „Salonfaschisten“ bezeichnet. Die AfD war einmal eine Ein-Themen-Partei. Inzwischen haben wir aber ein Programm, das klarstellt, was wir wollen: Keinen Zentralstaat, sondern ein Europa der Vaterländer, wie es Charles de Gaulle wollte.

Lambsdorff: Man sollte nicht jedes Wort im Wahlkampf auf die Goldwaage legen. Manchen Begriff finde ich auch unglücklich. Aber wenn die FDP bezichtigt wird, keine liberale Partei mehr zu sein, ist das für uns ebenfalls ein Angriff auf den Charakter. Und wenn man wie die AfD behauptet, man sei für ein Europa der Vaterländer, und es dann so strukturieren will, dass gemeinsam gar nichts mehr gestaltet werden kann, dann muss man auch so ehrlich sein und sagen: Wir wollen die EU auflösen.

Henkel: Nein, das stimmt nicht. Das ist eine Unterstellung, die aus dem Parteiprogramm überhaupt nicht hervorgeht. Im Gegenteil: Wir bekennen uns explizit zur EU. Aber wir sind der Meinung, dass sie Dinge macht, die dort nichts zu suchen haben. Wir haben zum Beispiel eine Kommissarin für Bildung. Können Sie mir mal sagen, wieso sich Europa in die Bildung einmischt?

Lambsdorff: Ich habe Ihr Programm gelesen, das ergibt sich sehr wohl.

Kommentare zu " Streitgespräch zur Europawahl: „Der Euro richtet nur Zwietracht an“"

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  • Ganz gut geführtes Interview. Der Enkel des rechtskräftig verurteilten Steuerbetrügers und ehemaligen FDP Bundesvorsitzenden, Otto Graf von Lambsdorff, der FDP Mann Alexander Graf von Lambsdorff, gegen den ehemaligen Präsidenten des BDI. Hans Olaf Henkel, der für die AfD antrat.

    Die FDP stellt zusammen mit der Union die Hauptakteure, die seit 1999 mit Unterstützung auch der SPD dafür gesorgt haben, dass 2.200 Milliarden Euros unseres Volksvermögens von Arm auf Reich abwanderten. Damals besaßen 90 % der Bevölkerung 60 % des Vermögens. Heute haben diese noch 40 %. Das Gesamtvermögen Ende 2013 beläuft sich im Übrigen 11.500 Milliarden Euro.

    Die beiden Vehikel die von diesen Rallyefahrern benutzt wurde, war der EURO und die EU. Zwei durchaus sinnvolle Einrichtungen. Aber eben zweckentfremdet. Als nächstes soll wohl des Freihandelsabkommen mit den USA, den Fahrzeugpark ergänzen. Übrigens ist das TTIP dem Grunde nach auch sehr sinnvoll. Aber nicht erst seit Schummi wissen wir, auf die Fahrer kommt es an. Naja beim TTIP scheint es auch ein paar Probleme bei den technischen Einstellung zu geben.

    Nachdem die FDP bei der Bundestagswahl 2013, ihre Quittung bekam und jetzt nur noch, wie in schlechteren amerikanischen Splattermovies versucht, sich zombiehaft unter die Lebenden zu schleichen um denen noch ihr letzte Blut auszulutschen, gibt es die CDUCSU und SPD noch. Wieso wählen wir eigentlich nicht Graf Dracula, fällt mir da spontan ein. Der ist auch tot, saugt und darüber hinaus auch noch fotogen

  • Hätte, Wenn und Aber zählen nicht. Die Blockparteien (Altparteien) haben nun mal versagt, die Schulden vergemeinschaftet, Verträge gebrochen, die deutschen Vorsorgevermögen massiv beraubt, Unfrieden in der Ukraine gestiftet, ein ungewünschtes TTIP-Abkommen geheim vorbereitet etc. Das hat eben die AfD nicht, sie hat ein beispielhaftes Programm für Deutschland und die EU, sie will bürgergerechte Mitbestimmung durch das Volk, sie will geordnete Einwanderung und mehr. Darum hat die AfD die Stimmen verdient. Wer die Blockparteien wählt, bekommt den alten Brei serviert, den keiner mehr will.

  • Aus >40 Kommentaren geht hervor das ihr (fast) alle die AfD wählen wollt. Was auch vollkommen Ok ist, Demokratie muss schließlich Bunt sein!
    Austritt aus dem €uro, weg von der EU. Schon mal darüber nachgedacht das die AfD auch nur Politiker bereitstellt!? Die werden sich an uns
    Bürgern genau so bereichern wie alle anderen -> Politiker halt ;-) Ob das nun auf Basis des €uro oder der D-Mark passiert ist vollkommen Latte.
    Wenn ich das hier so lese, von wegen keine EU mehr, weg vom €uro usw., dann frage ich mich wohin wollt ihr noch? Zurück zu den einzelnen
    Bundesländern? Oder besser noch zurück zu den Stadtstaaten aus denen Deutschland entstanden ist? Und dann? Wieder den Taler einführen der
    in jeder Stadt einen anderen Wert besitzt?
    Die Politik der EU wird von Politikern gemacht. Egal welche Partei wir wählen. Der Mensch ist im Moment ganz einfach noch nicht dazu fähig
    vernünftig miteinander zu arbeiten und zu handeln. Soviel zum Thema unserer ach so hohen Intelligenz. Solange wir nicht lernen sie Klug
    einzusetzen wird alles beim alten bleiben. Also wählt was ihr wollt, ändern wird sich (in naher Zukunft) eh nichts!
    "Demokratie muss schließlich Bunt sein!" - was mich in D derzeit stört ist die GroKo (wohl eher Großes Kot...). Es müssen ja nicht unbedingt
    die Piraten sein die in D den Kanzler stellen, aber genauso wie diese im Bundestag sein sollten, soll es auch die AfD, die FDP und wie sie nicht
    alle heißen um ihren Beitrag zu D leisten können. Wichtig ist nur das keine Fantiker, in welcher Form auch immer, an Macht gewinnen oder sich
    groß einmischen können. Das gleich gilt natürlich auch auf EU Ebene.
    Fazit & frei nach Bill & Ted: Bunt ist das Dasein und granatenstark! Und: Volle Kanne Hoschi ;-)

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