Europaweit größte Konsumenten von Medikamenten
Auch Franzosen müssen für Gesundheit mehr bezahlen

Auch in Frankreich müssen Kranke langsam aber sicher verstärkt in die eigene Tasche greifen.

HB/dpa PARIS. Die Regierung will im Herbst Reformpläne in die Tat umsetzen, weil die Sozial- und Krankenversicherung tief in den roten Zahlen steckt. Doch bereits jetzt werden Erstattungen für Medikamente, ärztliche Leistungen und Prothesen ständig gekürzt: der Preis für den Besuch beim praktischen Arzt wurde um knapp zwei Euro auf 20 Euro heraufgesetzt. Gewisse Hörhilfen, Brillen oder Zahn-Implantate werden nur geringfügig erstattet oder gar nicht mehr. Grundsätzlich gilt: nur mit einer Zusatz-Versicherung kann man damit rechnen, die Kosten seiner Krankheit vollständig erstattet zu bekommen.

Die Franzosen, die europaweit zu den größten Konsumenten von Medikamenten gehören, empfinden eine neue „Verbotsliste“ von Gesundheitsminister Jean-François Mattei als besonders hart. Zum 1. August hat der Minister die Liste mit 84 Arzneien veröffentlicht, die zu 100 Prozent selbst zu bezahlen sind. „Es gibt Medikamente, die keinen Heilungseffekt haben oder manchmal sogar schädlich sind“, sagte Mattei zur Begründung.

Doch das ist erst der Anfang: im Juli kommenden Jahres wird die Liste ausgeweitet - beispielsweise auf Vitamine und Mineralstoffe - und 2005 nochmals. Die Tendenz geht dahin, den Verkauf kostengünstigerer Generika zu fördern. Von der Reform geschützt ist bislang der Krankenhaus-Aufenthalt: die Tagessätze werden da ohne Abzüge erstattet.

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