Ex-Abgeordnete Die gierigen Väter der griechischen Nation

Die Griechen stöhnen unter neuen Lohnkürzungen und Steuererhöhungen. Aber Hunderte ehemalige Parlamentsabgeordnete klagen auf eine rückwirkende Erhöhung ihrer Diäten. Sie fordern einen dreistelligen Millionenbetrag.
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Das griechische Parlament in Athen. Quelle: dpa

Das griechische Parlament in Athen.

(Foto: dpa)

AthenAbgeordneter in der Vouli, dem Parlament am Athener Syntagmaplatz zu sein, das galt in Griechenland seit jeher als Traumberuf. Man ist wer, man genießt Ansehen. Der Ruf der „Väter der Nation“, wie sich die griechischen Abgeordneten gern hochtrabend nennen, hat zwar wegen des Schuldendesasters gelitten; immer häufiger müssen sich die Parlamentarierin ihren Wahlkreisen unbequemen Fragen stellen, mitunter werden sie sogar beschimpft und bespuckt. Doch darüber trösten Jahreseinnahmen von mehr als 100.000 Euro und die Aussicht auf ein fettes Ruhegeld hinweg.

Aber manchen reicht das nicht. Hunderte ehemalige und pensionierte Parlamentarier klagen vor dem Verwaltungsgericht Athen auf Nachzahlungen ihrer Diäten und Ruhegelder. Sie berufen sich auf einen Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 2006, der rückwirkende Gehaltserhöhungen für Justizbeamte vorsah. Nach einer Verordnung aus dem Jahr1975 richten sich die Abgeordnetendiäten nach dem Gehalt des Präsidenten des Areopag, des Obersten Gerichtshofes. Daraus leiten die Abgeordneten ihre Forderungen ab. Sie haben gute Aussichten, vor den Gerichten Recht zubekommen, sagen Juristen.

Die Forderungen der Parlamentarier belaufen sich, je nach  Dienstzeit, im Einzelfall auf bis zu 250.000 Euro. Die ersten 21 Fälle sollen im kommenden Frühjahr verhandelt werden. Insgesamt sind 117 Verfahren anhängig. Außerdem klagen rund 850pensionierte Abgeordnete auf Nachzahlungen ihrer Ruhegelder. Unter dem Strich dürften sich die Forderungen auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen.

Die Klagen haben in Griechenland eine neue Debatte über die Politiker-Privilegien ausgelöst – eine Thema, das vor dem Hintergrund der Schuldenkrise ohnehin heiß diskutiert wird. Umfragen zeigen, dass immer mehr Bürger den Glauben an die politischen Institutionen verlieren. Nur noch zwölf Prozent erklären, dass sie dem Parlament vertrauen. Zu der wachsenden Politikverdrossenheit tragen vor allem die Vergünstigungen bei, die sich die Abgeordneten in den vergangenen Jahrzehnten herausgenommen haben.

Ihre Bezüge belaufen sich, einschließlich Zulagen, auf rund 100.000 Euro im Jahr– eine astronomische Summe für griechische Verhältnisse, wo ein Viertel der Beschäftigten weniger als den Mindestlohn von 750 Euro monatlich verdient. Aktive Abgeordnete, die älter sind als 65, erhalten neben den Diäten auch eine Abgeordnetenpension.

Ruhegeld ab den 55. Lebensjahr
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44 Kommentare zu "Ex-Abgeordnete: Die gierigen Väter der griechischen Nation"

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  • Die späte Antwort bitte ich zu entschuldigen – ich habe Ihren Kommentar erst heute – am 02.01. – gelesen.
    Das Gehalt ist richtig, 75.000,-€ durchschnittlich wurden im TV (Papadakis, Sender Antenna) genannt. Der Moderator befragte 2 Regierungsvertreter. Vermutlich ist das Gehalt, von dem SIE sprechen, wieder so eine Art Grundgehalt ohne die üblichen Zulagen. Durchschnitt bedeutet ja außerdem auch, dass es durchaus auch niedrigere Einkommen geben kann.
    Etwas verkürzte Darstellungen lassen sich leider nicht vermeiden, denn es sind nur 2000 Buchstaben erlaubt. Irreführungen entstehen dadurch aber nicht – jedenfalls nicht, was mich betrifft.
    Bitte bedenken Sie bei allen Informationen, die Sie über gr. Einkommen erhalten, dass i.d.R. nur die Grundgehälter gemeint sind. Diese machen aber nur einen Teil des Einkommens aus. Die Information, das Gehalt einer bestimmten Berufsgruppe sei um 20% gekürzt worden, bekommt so ein völlig anderes Gewicht. Bei den letztens in den Medien verbreiteten Kürzungen um 20% handelte es sich z.B. nur um Kürzungen von Grundgehältern – und auch diese Kürzungen betrafen nur Beträge oberhalb von 1.200,-€. Der ganze Rest blieb bestehen. Zudem sind die allermeisten Kürzungen bisher nur ANGEKÜNDIGT. Sie wurden noch gar nicht umgesetzt.

  • Umgekehrt ist es wahr. Sie haben zu viel 1984 gelesen!

  • Tja, das mit der eigenen Tür hat schon vieles.
    Sicher sind die Griechen eine Sau, die durch das Dorf getrieben wird, um die Wut der Bürger auf Andere zu kanalisieren.
    Die Bananenrepublik D hat vor gar nicht langer Zeit in Brüssel gebettelt:"Bitte, Bitte, keine Strafe…" und das mit Erfolg. Warum sollten es Andere anders machen?
    Eine Lösung wäre das allgemeine Einigeln, sprich: weg mit der europäischen Seifenoper und ordentliche Nationalstaaten: Bayern, Tirol, Kreta, Saarland, Groß- und Kleinpolen, Schlesien und was nicht alles.
    Als Übergang erst mal die Grenzen von 1970? Hätte Charme!

    Und dann kann sich jede lokale Bevölkerung ausleben und ihre Schmarotzer nach Belieben behandeln: böse angucken, aufhängen, lebendig verbrennen oder einen Ouzo ausgeben, je nach Temperament und allgemeiner Willensbildung.

    Wichtig wäre dann noch die Unterbrechung der Telefon-, Internet- und Satellitenkommunikation, damit der Mensch endlich nicht mehr von außen abgelenkt wird.

    Und noch so manch anderes, oder? Merke: das Stoßgebet "Herr, wirf Hirn vom Himmel!" ist so alt wie die deutsche Sprache und genauso lang unerhört.

    Merkel ist das Letzte, keine Frage, aber etwas Vernünftigeres haben wir ja allem Anschein nach nicht verdient.

  • Tja, das mit der eigenen Tür hat schon vieles.
    Sicher sind die Griechen eine Sau, die durch das Dorf getrieben wird, um die Wut der Bürger auf Andere zu kanalisieren.
    Die Bananenrepublik D hat vor gar nicht langer Zeit in Brüssel gebettelt:"Bitte, Bitte, keine Strafe…" und das mit Erfolg. Warum sollten es Andere anders machen?
    Eine Lösung wäre das allgemeine Einigeln, sprich: weg mit der europäischen Seifenoper und ordentliche Nationalstaaten: Bayern, Tirol, Kreta, Saarland, Groß- und Kleinpolen, Schlesien und was nicht alles.
    Als Übergang erst mal die Grenzen von 1970? Hätte Charme!

    Und dann kann sich jede lokale Bevölkerung ausleben und ihre Schmarotzer nach Belieben behandeln: böse angucken, aufhängen, lebendig verbrennen oder einen Ouzo ausgeben, je nach Temperament und allgemeiner Willensbildung.

    Wichtig wäre dann noch die Unterbrechung der Telefon-, Internet- und Satellitenkommunikation, damit der Mensch endlich nicht mehr von außen abgelenkt wird.

    Und noch so manch anderes, oder? Merke: das Stoßgebet "Herr, wirf Hirn vom Himmel!" ist so alt wie die deutsche Sprache und genauso lang unerhört.

    Merkel ist das Letzte, keine Frage, aber etwas Vernünftigeres haben wir ja allem Anschein nach nicht verdient.

  • Das sind die Schmarotzer der Nation, die es den anderen vorgemacht haben, wie man Europa ausnimmt. Der neue Mini-sterpräsident muß hier eingreifen, und diese Selbstbedie-nung der Parlamentarier sofort rückwirkend per Gesetz stoppen - und damit die Vertrauensfrage verbinden. Dann kann das Volk und die EU sofort sehen, wie ernst es Grie-chenland wirklich meint und ggf. keine weiteren Zahlungen mehr leisten. Nur so kann man diese gottverdammten Schma- rotzer "katholisch machen".

  • stimme zu. nicht nachvollziehbar sind allerdings Ihre Angaben zu den Gehaeltern. Ein Athener U-Bahnfahrer verdiente vor Ausbruch der Krise je nach Berufserfahrung zwischen 20.000 und 35.000 p.a. Diese Betraege wurden nun erheblich reduziert.Ich kenne auch niemanden der fuer einfache Taetigkeiten 100.000 p.a. bezieht. Ebenfalls ist der Streikinhalt bei der ethniki asfalistiki stark verkuerzt und somit irrefuehrend dargestellt. Bitte detailgenau bleiben. Sonst schreit der fondsberater ueber "unhaltbare Verhaeltnisse" und fuehlt sich bestaetigt.

  • schmeißt die Griechen endlich raus!!! Das sind unhaltbare Verhältnisse. Wenn nötig mit Volksentscheid. Ein himmelstinkender Skandal. ceterum censeo: EYPO - hat mich auf den Scheinen schon immer gestört - gehört einfach nicht dazu - was solls.

  • Lieber Herr Höhler, nicht das Gehalt macht die Beschäftigung des Parlamentsabgeordneten lukrativ, sondern die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten. Schon die Sekretärin kassiert oft nur für die Terminvereinbarung einen netten Betrag. Wie teuer mag da erst das Original sein.
    Die Beträge auf ausl. Konten sind inzwischen astronomisch hoch. Wenn schon normale Bürger für normale Tätigkeiten fast 100.000,-€ jährl. bekommen, warum sollte dann das Einkommen eines Parlamentsabgeordneten in etwa gleicher Höhe so besonders attraktiv sein?
    Die Angestellten der Ethniki Asfalistiki (halbstaatl. Versicherung) streiken heute für einen halben arbeitsfreien Tag vor Sylvester. Das ist ja auch unglaublich wichtig angesichts leerer Staatskassen. Ihre Jahreseinkommen liegen bei DURCHSCHNITTLICH 75.000,-€. Ein Athener U-Bahnfahrer verdient etwa ebenso viel. Glauben Sie wirklich, dass sich ein Parlamentsabgeordneter mit „nur“ 25.000,-€ jährl. mehr als der norm. Staatsangestellte zufrieden gibt?
    Schauen Sie sich doch mal im Land um. In unserer Gegend haben sämtliche Bauern dicke und teure Autos + Häuser, die viel schicker aussehen als die vergleichsweise arme Hütte von Bundespräsident Wulff. Die Dorf-Marina beherbergt Yachten im Wert von ca.20 Millionen oder mehr. Die paar Leute, die hier wirklich leiden, die haben schon vorher gelitten. Sie fallen auch in jedem anderen System durch die Ritzen. So leid es mir tut – ich kann Ihr Bild vom unter den parasitären Politikern notleidenden Volk nicht aufrechterhalten.
    Nicht die Gehälter der Politiker, sondern Bestechung und Korruption müssen bekämpft werden. Stattdessen hetzt man wechselweise die Leute aufeinander – mal die Kleinen auf die Großen, dann die Deutschen auf die Griechen, dann wieder die Griechen auf die Deutschen. Das funktioniert noch immer prima. Tauschen Sie alle Staatsanwälte Griechenlands aus gegen solche aus dem europäischen Ausland. Dann gibt es Regress und die Korruption hat ein Ende.

  • Der Fisch stinkt am Kopf, genauso wie bei uns!

  • Dann warten Sie mal erst ab, was passiert, wenn rot-grün drankommt! Glauben Sie, dann wird es besser? Die zahlen erst recht und zwar noch viel mehr. Und alles auch in IHREM Namen... Sie wissen doch... da war doch das Ding mit der internationalen Solidarität. Hören Sie deshalb genau hin, wenn rot-grün den Mund aufmacht. Das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

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