Ex-Außenminister Fischer
„Ein Krieg gegen die Existenz Israels “

Der Krieg im Nahen Osten ist nach Ansicht des ehemaligen Bundesaußenministers Joschka Fischer gegen die Existenz Israels gerichtet.

HB BERLIN. Durch den Raketenbeschuss der drittgrößten israelischen Stadt Haifa habe die Hisbollah eine Grenze überschritten, „die weit reichende Konsequenzen haben wird“, schrieb Fischer in einem vorab veröffentlichten Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ von Mittwoch.

„Es geht ab sofort nicht mehr überwiegend um Territorium, um Rückgabe oder Besetzung, um ein oder zwei Staaten im Nahostkonflikt, sondern nun wird die strategische Bedrohung Israels (und das heißt: seine Existenz als solche) im Vordergrund stehen“, äußerte der Grünen-Politiker.

Es handele sich um einen Stellvertreterkrieg, den die Hamas und die Hisbollah im Auftrag Syriens und Irans führten. Die Kämpfe dienten dem Hegemonialanspruch dieser beiden Staaten. Diese Ansprüche würden auf dem Schlachtfeld des Libanon stellvertretend ausgefochten.

Nach Ansicht des früheren Außenministers eröffnet der Krieg dennoch die Möglichkeit, am Ende zu einem umfassenden Frieden zu kommen. Dazu müsse Israel „aus einer Position der Stärke heraus“ die Initiative ergreifen und ein „umfassendes Friedensangebot“ an all diejenigen machen, die zur Anerkennung des jüdischen Staates und dauerhaftem Gewaltverzicht bereit seien.

Bisherige Kontroversen um Gebiete und Siedlungen würden nach diesem Krieg ohnehin als überholt erachtet. Das so genannte Nahost-Quartett, zu dem sich die USA, Russland, die Vereinten Nationen und die EU zusammengeschlossen haben, muss sich laut Fischer „endlich dauerhaft und entschlossen“ für eine Friedenslösung engagieren und dafür „die politischen, ökonomischen und militärischen Garantien liefern“.

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