Ex-Außenminister
Joschka Fischer reist nach Teheran

Der frühere Außenminister Joschka Fischer reist am Montag für drei Tage nach Teheran. Das Auswärtige Amt teilte am Freitag mit, Fischer werde in Teheran von der deutschen Botschaft betreut.

HB BERLIN. Das Ministerium bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Weiter hieß es, Außenminister Frank-Walter Steinmeier sei über die Details der Mission informiert.

Auf Fischers Programm steht unter anderem ein Vortrag in Teheraner Zentrum für strategische Studien (CIS) mit anschließendem Gespräch am Runden Tisch. Thema des Vortrags sei „Die europäisch-iranischen Beziehungen“.

Der Grünen-Politiker, der inzwischen Gastprofessor an der US-Universität Princeton ist, trifft dem Bericht zufolge vermutlich auch Außenminister Manuschehr Mottaki. Eingeladen worden sei Fischer vom bisherigen iranischen Chefunterhändler bei den Atomgesprächen mit der Europäischen Union, Hassan Rohani.

Fischer reist nicht in offizieller Mission. In seiner Amtszeit bis Herbst 2005 standen Spannungen wegen des iranischen Atomprogramms Besuchen entgegen. Inzwischen sind die Beziehungen wegen der Unterstützung der radikalschiitischen Hisbollah im Südlibanon durch den Iran noch gespannter.

Im März 2000 hatte Fischer mit einem zweitägigen Überraschungsbesuch in Teheran das Eis in den auch damals festgefahrenen Beziehungen gebrochen. Weitere Besuche Fischers in Teheran folgten im Oktober 2001 und im Oktober 2003. Der Besuch im März 2000 war der erste eines deutschen Außenministers nach neun Jahren. Fischer wurde von Präsident Mohammed Chatami, Außenminister Kamal Charasi sowie Parlamentspräsident Ali Akbar Natek-Nuri empfangen. Chatami besuchte wenig später Deutschland.

Davor hatte als letzter Außenminister Hans-Dietrich Genscher 1991 Teheran besucht. Ein Jahr später führte die Aussetzung eines Kopfgeldes auf den britischen Schriftsteller Salman Rushdie zu einem ersten tiefen Bruch in den Beziehungen der Europäer zu Teheran.

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