Ex-Bundesbanker kritisiert Griechenland-Politik
Professor Weber erteilt der Eurozone Ratschläge

Axel Weber rechnet mit dem Krisenmanagement in der Schuldenkrise ab: Die "Salamitaktik" der Eurozone führe in eine Sackgasse, am Ende komme Europa kaum an einer kompletten Schuldengarantie für Griechenland vorbei.
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Der frühere Bundesbankchef Axel Weber hat indirekt eine vollständige Garantie der EU für Griechenlands Schulden ins Spiel gebracht. Die Alternativen dazu wären ein Schuldenschnitt oder ein chaotischer Zahlungsausfall, der eine noch breitere Finanzkrise auslösen könnte, warnte Weber in seinem ersten größeren Interview nach seinem Rücktritt aus dem Vorstand der Bundesbank. Seit einigen Wochen lehrt Weber als Gastprofessor an der Universität von Chicago. In seiner Antrittsrede vor einem Monat hatte er sich zwar bereits sehr kritisch geäußert, konkrete Ratschläge aber vermieden.

Im Gespräch mit dem Wall Street Journal legt sich der renommierte Geldpolitiker keine Zurückhaltung mehr auf. Das bisherige Krisenmanagement der Euro-Zone habe sich allein auf die akuten Finanzsorgen Griechenlands konzentriert, habe dem überschuldeten Land aber keine glaubwürdige, langfristige Lösung für den wachsenden Schuldenberg geboten. Gerade diese Unsicherheit nähre die Ängste vor einer Zahlungsunfähigkeit und destabilisiere die Märkte.

Die Eurozone, argumentiert Weber, habe nur sehr begrenzte Optionen. Fahre sie ihre derzeitige kurzsichtige Strategie weiter, so Weber blieben als Optionen nur der Zahlungsausfall, ein teilweiser Schuldenschnitt ("Haircut") - oder eben eine EU-Garantie für alle ausstehenden Schulden Griechenlands. "Die Regierungen müssen sich entscheiden, welche Option sie wollen", sagt Weber, "aber wenn sie mit ihrer derzeitigen Salamitaktik weiter machen, landen sie automatisch bei der letzten Option."

In einer Stellungnahme gegenüber dem Handelsblatt legt Weber Wert darauf, dass er keine Empfehlung für eine umfassende Schuldengalerie ausgesprochen haben. Er habe seine alte Position bekräftigt, dass ein Zahlungsausfall ("Default") "immer eine Option bleiben muss". Wenn die Euro-Zone jedoch weiter nur Kurzfristlösungen suche, ende man "unausweichlich damit, faktisch alle ausstehende alte Staatsverschuldung Griechenlands sukzessive zu garantieren", betont Weber in einer schriftlichen Stellungnahme.

Eine solche Garantie käme der Ausgabe von Eurobonds gleich - wodurch die Eurozone kollektiv die Verantwortung für die Schulden eines Mitgliedslandes übernimmt. Das hatten auch andere Experten schon vorgeschlagen, gilt aber vor allem im Berliner Bundesfinanzministerium als Tabubruch, der die Sparbemühungen der Schuldenländer unterminiere.

Im Wall Street Journal sagt Weber weiter, irgendwann müsse man seine Verluste einfach begrenzen und das System komplett neu starten. So hätten Deutschland und einige andere europäische Staaten bei der Rettung einiger von der Finanzkrise bedrohten Banken gehandelt, so müssten sie nun wohl auch im Falle Griechenlands eingreifen. Griechenlands Probleme seien nicht auf die Einführung des Euros zurückzuführen, sondern das Ergebnis von tief-verwurzelten fiskalischen und strukturellen Gründen. Um das zu ändern müssen man nicht drei oder vier, sondern eher 30 Jahre veranschlagen.

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Weber kann sich Bank-Job vorstellen - aber keine Politik

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  • @ Wehret_den_Anfaengen : Eine etwas formale geschichtliche Betrachtungsweise, wie sie (wenn überhaupt) in der Schule gelehrt wurde. Zu oft "Corellis Mandoline" geschaut... Benutzen Sie nur den deutschen "Dreifachschuld-Komplex" fleißig weiter!

    (deutscher "Dreifachschuldkomplex": Zuweisung der alleinigen Kriegsschuld am 1. und 2. Weltkrieg plus Verursacher des "Holocaust" - ein probates und intensivst gepflegtes Mittel, um das deutsche Volk politisch "kalt zustellen" - siehe "Lehrbuch der politschen Psychlogie zum Umgang mit Deutschland", Teil 1, Weltgemeinschaftsausgabe, 1945-2099)

  • Damit "verdient" er besser...

  • Nun reiht der sich zuvorderst und ganz lautstark in den Chor der "Dummen" ein - eieiei... (Smily mit den ungläubig rollenden Augen)

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