Ex-Finanzminister Moscovici
„Ich bewundere Wolfgang Schäuble“

Mehr Wachstumsförderung durch die EU und ein klares Bekenntnis zum Sparkurs: Im Gespräch mit dem Handelsblatt hat der frühere französische Finanzminister und Moscovici seine Positionen deutlich gemacht.
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BerlinDer mögliche neue EU-Währungs- und Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici fordert mehr Einsatz für das Wirtschaftswachstum in Europa. „Wir müssen raus aus der Stagnationsfalle. Sonst nimmt unsere Demokratie Schaden“, warnte der ehemalige französische Finanzminister in einem Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Es brauche mehr Investitionen. „Wir haben in allen Staaten eine Investitionslücke“, sagte er.

Moscovici gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Währungskommissars, auch wenn die Bundesregierung Bedenken gegen den französischen Sozialisten hat. „Ich stehe bereit“, betonte Moscovici. Er werde als Währungskommissar eintreten „für ein Europa der Balance, das die Staatshaushalte konsolidiert und für Wachstum und Jobs sorgt.“

Moscovici kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an. „Für mich als zukünftigen Kommissar wird das Verhältnis zu Wolfgang Schäuble eine Schlüsselrolle spielen. Ich respektiere und bewundere ihn“, sagte Moscovici.

Zudem bekennt sich der Franzose zur Haushaltskonsolidierung. „Wir müssen streng beim Sparkurs sein und ambitioniert beim Wirtschaftswachstum“, sagte er. Er versuche Bedenken gegen ihn zu zerstreuen. „Wenn ich Währungskommissar werde, werde ich selbstverständlich die gemeinsamen Regeln respektieren“, betont Moscovici mit Blick auf den Stabilitätspakt.

Er schloss aber nicht aus, dass Frankreich noch einen weiteren Aufschub erhält, um die EU-Defizitziele einzuhalten. „Das wird eine gemeinsame Entscheidung der Kommission und des Rates.“

Sorge bereitet dem möglichen neuen Währungskommissar die niedrige Inflation. „Wir müssen uns bewusst machen, dass es das Risiko der Deflation gibt.“ Er wisse, dass in Deutschland aus historischen Gründen die Inflation gefürchtet sei. Aber auch eine Deflation sei gefährlich.

„Deflation macht Menschen arm und macht es schwieriger für die Staaten, ihre Schulden abzubauen“, sagte Moscovici.

Kommentare zu " Ex-Finanzminister Moscovici: „Ich bewundere Wolfgang Schäuble“"

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  • Es gibt nichts zu bewundern. herr Schäuble spart nicht. würde er sparen gäbe es kein Kindergeld mehr und auch keine Mütterrenten, weder für die älteren noch für die jüngeren Generationen. Es gäbe keine Diätenerhöhung. Das Geld würde nur in Betreuungsplätze gesteckt für Frauen die ab dem dritten Lebensjahr ihres Kindes arbeiten wollen. Außerdem würde Herr Schäuble dafür sorgen, dass ein Mindestmaß an genossenschaftswohnraum gefördert wird ohnen es auf die Mieter umzulegen. Weiterhin sollte auch der Spitzensport nicht mehr gefördert werden. sondern es ging nur darum, dass die Kinder Grundschulschwimmen lernen. Sport ansonsten für unser Rettungspersonal und die Polizei. Nicht Olympiade und Spitzensport. Sie geben Gelder für sinnlose Forschung aus. Sie haben mit Hilfe von Frankreich die Gleichmacherei erfunden. Auch ohne Arbeit eine Grundsicherung, soviel wie andere die gearbeitet haben. [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Einem Franzosen ist nicht zu trauen, insbesondere wenn er dich lobt.

  • "Aber auch eine Deflation sei gefährlich."

    Geldschöpfen meint der Mann, der Euro und der EU-Tod kündigt sich an. Beethoven werde ich abspielen.

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