Ex-General bei Präsidentenwahl vor Amtsinhaberin
In Indonesien zeichnet sich ein Machtwechsel ab

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt zeichnet sich in Indonesien ein Machtwechselab. Ex-General Susilo Bambang Yudhoyono lag am Montag nach ersten Ergebnissen vor Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri.

HB JAKARTA. Nach der Auszählung von rund zehn Million Stimmen entfielen nach Angaben der nationalen Wahlkommission 59 Prozent der Stimmen auf Yudhoyono. Megawati kam danach auf 41 Prozent der Stimmen. Zur ersten Präsidenten-Direktwahl des Landes hatten sich rund 151 Millionen Wahlberechtigte registrieren lassen. Das Endergebnis soll am 5. Oktober verkündet werden. Yudhoyono hatte im Wahlkampf eine Belebung der Wirtschaft, die Bekämpfung der Korruption sowie ein hartes Vorgehen gegen Extremisten versprochen.

Vor knapp zwei Wochen waren bei einem Autobombenanschlag vor der australischen Botschaft in Jakarta neun Menschen getötet und 182 verletzt worden. In dem bevölkerungsreichen Inselstaat Indonesien hatte es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge von Moslem-Extremisten gegeben, die sich oft gegen Ausländer richteten. Vor Zwei Jahren waren bei Anschlägen auf der Ferieninsel Bali 202 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Australier.

Megawatis 55-jähriger Herausforderer hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl am 5. Juli gewonnen, die nötige absolute Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen aber verfehlt. Damals waren insgesamt fünf Kandidaten angetreten. In Umfragen lag die 57-jährige Megawati auch vor der zweiten Wahlrunde am Montag deutlich hinter Yudhoyono, der früher in ihrem Kabinett Minister für Innere Sicherheit war. Nachdem Yudhoyono aus der Regierung ausgeschieden war und selbst Ambitionen auf das Präsidentenamt hatte erkennen lassen, hatte sich Megawati geweigert, dem früheren Minister in der Öffentlichkeit die Hand zu schütteln.

„Ich bin recht zuversichtlich und ich habe Grund zu glauben, dass ich gewinnen werde“, sagte Yudhoyono vor Schließung der Wahllokale. Aber auch Megawati äußerte sich optimistisch. Angesprochen auf Yudhoyonos gute Umfragewerte sagte die Präsidentin: „Kein Grund, nervös zu sein. Wir werden das Ergebnis sehen. Ich denke, das ist besser als sich verfrüht zu äußern.“ Unabhängiger Wahlbeobachter prognostizierten für Yudhoyono ein Endergebnis von 62 Prozent und für Megawati von 38 Prozent der Stimmen.

Die Wahl am Montag verlief weitgehend ruhig, es wurden kaum Zwischenfälle gemeldet. „Ich bin in Jakarta und habe vermutlich zwölf bis 15 Wahllokale besucht“, sagte ein Wahlbeobachter der Europäischen Union. „Es gab absolut keine Probleme oder Berichte über Schwierigkeiten.“

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