Ex-Generalinspekteur Schneiderhahn
„Zu Guttenberg sagt die Unwahrheit“

Der entlassene Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nun offen der Lüge bezichtigt. Unterdessen werden immer neue Details zum Luftschlag in Kundus bekannt.
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HB BERLIN. „Was diesen 25. (November) nachmittags angeht, sagt er die Unwahrheit“, sagte Schneiderhan der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit Hinsicht auf die Äußerungen zu Guttenbergs (CSU) über die Abläufe am Tag seiner Entlassung.

Die Darstellung von Guttenberg, wonach ihm wichtige Akten über den Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in der Nähe von Kundus vorenthalten und Berichte unterschlagen worden seien, wies Schneiderhan zurück. „Das finde ich inzwischen ehrenrührig“, sagte der entlassene General. Unterschlagen habe für ihn „den Geschmack des Vorsatzes“, diesen habe es aber nicht gegeben. „Dass er vorschnell formuliert, ist bekannt“, sagte Schneiderhan über den Minister. „Aber das hier ist schon eine Steigerungsstufe.“ Der Begriff Vorsatz sei „nicht nur unschön, das ist unwahr“.

Guttenberg hatte die Entlassung von Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert unter anderem damit begründet, dass ihm wichtige Unterlagen zu dem Luftangriff vorenthalten worden seien. Guttenberg hatte den umstrittenen Bombenangriff zunächst als „militärisch angemessen“ bezeichnet, musste sich dann aber später korrigieren.

Schneiderhan bekräftigte in der „Zeit“, er übernehme die Verantwortung dafür, dass dem Minister nicht alle Berichte vorgelegen hätten. „Dazu stehe ich.“ Guttenberg hätte ihn in den einstweiligen Ruhestand versetzen können, „damit hätte man es einfacher gehabt, mich zu entsorgen“. Schneiderhan sollte ohnehin im Juli 2010 aus dem Amt scheiden.

Neue Details über den Luftangriff

Der stellvertretende Vorsitzende des Kundus- Untersuchungsausschusses hat unterdessen bestätigt, dass die Taliban vor dem verheerenden Luftangriff von Anfang September einen Anschlag gegen das deutsche Feldlager geplant haben sollen. „In den Wochen zuvor gab es ja bereits Ankündigungen, dass ein solcher Anschlag stattfinden könnte“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Lamers am Mittwoch im Fernsehsender n-tv. „Es war klar, dass eine große Gefahr für das deutsche Militärlager dadurch bestand.“

Zuvor berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) hätten in den Wochen vor dem Luftangriff in Nordafghanistan einen Drei-Stufen-Plan der Taliban aufgedeckt. Die Recherchen sollen in der Bundesregierung bekannt gewesen sein.

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  • „Zu Guttenberg sagt die Unwahrheit“
    Handelsblatt vom16.12.2009, 08:33 Uhr : -)
    Der entlassene Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nun offen der Lüge bezichtigt.
    Ich könnte sogar Mitleid empfinden für den Herrn zu Guttenberg, aber angesichts seines ekelhaften Verhaltens gegenüber Schneiderhahn und Wicherts befriedet mich der Gedanke, dass es doch Gerechtigkeit geben könnte

  • @Frankfurter
    Für mich riskiert niemand seinen Hals ! Für die CDU und die Amis ja, nicht für mich, und nicht für viele andere in Deutschland, die diesen Einsatz nicht wollen. Also Sie können sagen, daß iHRE "Jungs" den Hals für Sie riskieren. Es ist vollkommen richtig, diesen Dingen auf den Grund zu gehen, ob nun Monate vergangen sind oder nicht. bei Verbrechen sagt der Staat auch nicht: Laß mal, sind schon ein paar Monate vergangen. Der Angriff war nach den Nato-Regeln rechtswidrig gewesen. Und was erzählen Sie von wegen "rollender bombe" ? Der Tankwagen war auf einer sandbank fest, es ging weder vor noch zurück. "im warmen Zimmer", wie Sie sagen, saß bestimmt auch Klein, sehr gut gesichert, das darf man annhemen, als er den Angriffsbefehl erteilte. Sie brauchen es nicht so hinzudrehen, als sei dieser tapfere Held mit der Waffe in der Hand vor dem Feind gestanden, um die geliebten deutschen Soldaten zu schützen. Das ist er nämlich nicht. Es gab vielmehr gar keinen Feindkontakt, und genau deshalb war der angriff Kleins rechtswidrig. Zu Guttenberg versucht weiterhin zu vertuschen und sich aus seinen Lügen herauszuwinden, wofür er heute im bundestag das Vehikel der Treue zur truppe verwendete.Nach dem motto: ihr übt Verrat an unseren geheiligten, unerhört tapferen Soldaten. Wir haben sie nicht hingeschickt ! kann man da nur sagen ! Wie kann man auch so dämlich sein, zu glauben, den Krieg in afghanistan gewinnen zu können ? Das haben schon andere geglaubt. Obama wird den Mißerfolg genauso bekommen wie die Sowjets.

  • Naja, das Handelsblatt hat schon mal journalistisch wertvollere Artikel veröffentlicht. Der Artikel ist wirr, unverständlich und - wie von anderen Lesern richtig bemerkt - Haarspalterei.

    Abgesehen finde ich es nicht gut, Monate nach dem Luftangriff entscheiden zu wollen, ob das nun militärisch notwendig war oder nicht. Aus einem warmen büro in berlin funktioniert das bestimmt sehr gut.

    Unsere Jungs riskieren da unten immerhin auch und vor allem für uns ihren Hals. Denen jetzt so in den Rücken zu fallen finde ich nicht gut. in Zukunft werden solche Luftangriffe dann gar nicht mehr angefordert weil die Offiziere um ihrem Job bangen??? Dafür sterben dann ganze Dörfer und viele dt. Soldaten weil der Tanklaster iM Dorf explodiert. Toll.

    Da unten ist Krieg und da kommen solche Dinge leider vor.

    Abgesehen davon ist irgendetwas an der befehlsordnung und Kommunikation im Ministerium verkehrt. Wie kann es sein, dass man ein Jahr benötigt um die Kommunikationswege zu prüfen?

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