Ex-Präsident
Zelaya kehrt zurück nach Honduras

Heimlich in die Heimat: Zweieinhalb Monate nach seinem Sturz ist der ehemalige honduranische Präsident Manuel Zelaya in sein Land zurückgekehrt. Sein Gegenspieler, Interims-Präsident Roberto Micheletti, wollte die Rückkehr bis zuletzt nicht wahrhaben. Das US-Außenministerium allerdings bestätigte „den Besuch Zelayas“.

HB TEGUCIGALPA. 86 Tage nach seinem Sturz ist der ehemalige honduranische Präsident Manuel Zelaya in einer heimlichen Aktion in sein Land zurückgekehrt. Er bestätigte am späten Montagnachmittag (Ortszeit), dass er sich in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa aufhalte. Dort versammelten sich jubelnd Tausende seiner Anhänger, um die Wiedereinsetzung Zelayas ins Präsidentenamt zu fordern. Zelaya sagte in verschiedenen Fernsehinterviews, er sei heimgekehrt, um einen friedlichen Dialog über die Wiederherstellung der Demokratie in Honduras aufzunehmen.

Zelayas Gegenspieler, Interims-Präsident Roberto Micheletti wollte die Rückkehr bis zuletzt nicht wahrhaben. Er sagte noch am Nachmittag, Zelaya halte sich weiterhin in aller Ruhe in einem Hotel in der nicaraguanischen Hauptstadt auf. Er und seine Regierung hatten bisher eine Rückkehr Zelayas verhindert. Sie drohten, ihn vor Gericht zu stellen, falls er den Boden des Landes betreten sollte.

Noch am Sonntag hatte Micheletti bekräftigt, auf den abgesetzten Präsidenten warte das Gefängnis. Zelaya wird vorgeworfen, die Verfassung des mittelamerikanischen Landes verletzt zu haben, um unter anderem an der Macht bleiben zu können. Am 28. Juni hatte die Armee Zelaya in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus dem Lande geschafft und in Costa Rica abgesetzt. Die internationale Staatengemeinschaft hat die Interims-Regierung wegen des Staatsstreiches nicht anerkannt, und betrachtet Zelaya als rechtmäßigen Präsidenten.

Zelaya war nach eigenen Angaben aus Nicaragua kommend mit nur wenigen Begleitern über El Salvador nach Honduras gelangt. Wegen der zahlreichen Kontrollpunkte von Militärs und Polizei sei die Reise sehr gefährlich gewesen, berichtete Zelaya etwa den US- Nachrichtensender CNN. Er habe immer damit rechnen müssen, entdeckt zu werden. Am Nachmittag bestätigte auch das US-Außenministerium, dass Zelaya in Honduras eingetroffen sei.

Zelaya hatte zunächst behauptet, in der UN-Vertretung in Tegucigalpa Zuflucht gesucht zu haben. Das wurde aber sofort von den Vereinten Nationen dementiert. In Washington bestätigte das Außenministerium „den Besuch Zelayas“ in Honduras und forderte die Konfliktparteien auf, keine Schritte zu tun, die Gewalt hervorrufen könnten. Der linksgerichtete Staatschef Venezuelas Hugo Chávez bestätigte ebenfalls Zelayas Rückkehr. Dieser sei auf dem Landweg gereist, sagte er. Zelaya habe mit nur vier Begleitern sein Leben riskiert. „Wir verlangen, das Leben Zelayas und das seiner Familie zu respektieren“, betonte Chávez.

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