Ex-Präsidentschaftskandidat Gore: "Jede Stimme zählt"
Clinton-Jubel belastet Kerry

US-Präsidentschaftskandidat John Kerry tritt ein schweres Erbe an. Die Demokraten feierten auf ihrem Parteitag in Boston ihren Liebling Ex-Präsident Bill Clinton und machten damit deutlich was sie von ihrem Kandidaten erwarten: "einen visionären Führer".

BOSTON. Der nicht enden wollende Jubel für die Clintons macht die Aufgabe für John F. Kerry wirklich nicht leichter. Die Demokraten feierten auf ihrem Parteitag in Boston unbeschwert ihre Lieblinge, Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau, Senatorin Hillary Clinton.

Der erste Tag des Konvents in der riesigen, prächtig illuminierten Sportarena war - mit den Höhepunkten der Auftritte der Clintons - natürlich die perfekte Inszenierung mit viel Musik, einigen andächtigen Momenten und kämpferischen Reden, die den Amerikanern signalisieren sollte, dass am 2. November bei der Präsidentenwahl das Weiße Haus wieder zurückerobert wird.

Aber der Mann, der dies vollbringen soll, zeigt Nerven: Am Vorabend des Parteitags eröffnete Präsidentschaftskandidat Kerry noch locker und lachend mit einem symbolischen „pitch“ (Ballwurf) das Baseballspiel seiner „Red Sox“ gegen die „New York Yankees“. Als ihn aber etwas später ein Fernsehreporter befragte, wirkte er sichtlich angestrengt und überaus ernst. Wie blank die Nerven liegen, demonstrierte auch seine Ehefrau Teresa, die einen unliebsamen Reporter mit ziemlich rüden Worten („Schieb Dir's in den Hintern“) abwimmelte.

Kerry weiß, dass seine Partei am Donnerstag von ihm Großes erwartet. Die Demokraten wollen mitgerissen werden, wollen Siegeszuversicht spüren, nicht zuletzt auch wegen des Zorns vieler auf Präsident George W. Bush, der ihrer Ansicht nach die Amerikaner getäuscht und in einen unnötigen Krieg geführt hat.

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