Ex-Premier Cavaco Favorit
Portugiesen wählen neuen Präsidenten

In Portugal hat am Sonntag die Wahl eines neuen Staatspräsidenten begonnen. Als Favorit gilt der frühere Regierungschef Aníbal Cavaco Silva, der das Land von 1985 bis 1995 regiert hatte.

HB LISSABON. Der 66-jährige Wirtschaftsprofessor war unter den insgesamt sechs Kandidaten der einzige Bewerber aus dem Lager der rechten Mitte. Mit Spannung wurde erwartet, ob er die Marke von 50 Prozent der Stimmen übertrifft und in der ersten Runde gewählt wird oder ob eine Stichwahl am 12. Februar stattfinden muss. Ihm stehen fünf Bewerber der Linken gegenüber.

Cavaco Silva hat seinen Wahlkampf ganz auf einen wirtschaftlichen Umschwung abgestellt, der das ärmste Land West-Europas aus Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit herausführen soll. Der Präsident hat zwar nur beschränkten Einfluss auf die Tagespolitik. Neben der sozialistischen Regierung unter Ministerpräsident Jose Socrates rechnen aber auch Experten damit, dass der 66-jährige Cavaco Silva seinen Spielraum weidlich nutzen wird.

Der offizielle Kandidat der Sozialisten ist der frühere Staatspräsident Mário Soares. Dem 81-Jährigen droht ein Debakel. Soares rangiert nach Umfragen nur an dritter Stelle, noch hinter seinem Parteifreund Manuel Alegre, der auf eigene Faust als Unabhängiger kandidiert.

Neun Millionen Portugiesen sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Der bisherige Präsident, der Sozialist Jorge Sampaio, darf sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen.

Der portugiesische Präsident ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, kann ein Veto gegen Gesetze einlegen, ernennt die Regierungschefs, führt ihm Kabinett den Vorsitz und darf das Parlament auflösen.

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