Ex-Premier
Tony Blair drängt zurück in die Politik

Bei seinen öffentlichen Auftritten sinniert der ehemalige britische Premier über Europas Zukunft. Seine Reden wirken wie eine Bewerbung um den Posten des EU-Präsidenten.
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LondonTony Blair, britischer Ex-Premier, Nahostbeauftragter und Chef einer Beratungsfirma, will wieder auf der politischen Weltbühne stehen: Seine gestrige Europa-Rede vor Unternehmern klang wie eine Bewerbung für den Posten eines EU-Präsidenten. Vor ein paar Wochen bereits sprach Blair in Berlin vom "großen Plan", den Europa jetzt braucht.

Und gestern erinnerte er erneut daran, dass er anders denkt als Premier David Cameron, der sein Land in "echte Gefahr bringt", indem er es Richtung EU-Austritt treiben lässt. Großbritannien müsse sich bei den Debatten über Europas Zukunft mehr engagieren, Allianzen bauen und das Ergebnis so mitgestalten, "dass nicht nur Großbritannien, sondern auch Europa auf den richtigen Weg gebracht wird".

Für Blair hat die Euro-Krise einen Reformbedarf offengelegt, den er selbst schon lange erkannt hat - "meine Reden als Premier zu Europa sind voll davon", sagt er. Vorsichtig deutete er seinen Plan an: Radikale Reformen am Sozialmodell, eine neue Balance finden zwischen Integration und Nationalstaat, ein "politisches Modell, das in sich verschiedene Stufen der Integration erlaubt", sind die Kernpunkte.

Bereits 2009 scheiterte Blairs Wunsch, europäischer Präsident zu werden. Vor einem Jahr begann der 59-Jährige dann eine neue Kampagne und forderte einen direkt gewählten Präsidenten für Europa. Nun schaltet er sich wieder in die Europapolitik der Labourpartei ein. Labourchef Ed Milibands jüngste Europa-Rede trägt seine Handschrift. Wird Miliband 2015 britischer Premier, könnte er sich 2016 hinter Blairs Kampagne stellen.

Matthias Thibaut ist Korrespondent in London.
Matthias Thibaut
Handelsblatt / Korrespondent

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