Ex-Rebellenkommandeur gewählt
Serbien protestiert gegen neuen Kosovo-Premier

Die serbische Regierung hat die Wahl des neuen Ministerpräsidenten des Kosovo scharf kritisiert. Sie wirft ihm Kriegsverbrechen vor.

HB BERLIN. Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hat die Annullierung der Wahl des früheren Rebellenführers Ramush Haradinaj zum neuen Ministerpräsidenten des Kosovos gefordert. «Ein Mann, der die schwere Last von Kriegsverbrechen mit sich trägt, wurde zum Regierungschef im Kosovo gewählt», kritisierte Kostunica am Samstag in Belgrad.

Haradinajs Ernennung zum Regierungschef war am Freitag vom Parlament in Pristina mit überragender Mehrheit bestätigt worden. Der Exkommandeur der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) war erst kürzlich von Ermittlern des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag verhört worden, eine Anklage gegen den 36-Jährigen wird nicht ausgeschlossen.

Kostunica sagte, die Wahl Haradinajs sei inakzeptabel und stelle sowohl die geplanten Gespräche über die Zukunft der zu Serbien gehörenden Provinz als auch die Stabilität der ganzen Region in Frage. Er kündigte an, Belgrad werde beim UN-Verwalter für den Kosovo, Sören Jessen-Petersen, bei der Europäischen Union und anderen relevanten internationalen Institutionen schriftlich um die Entfernung von Haradinaj ersuchen.

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