Ex-Revolutionär liegt vorn
Daniel Ortega steht vor Comeback in Nicaragua

Der Sandinist Daniel Ortega steht in Nicaragua 16 Jahre nach seiner Abwahl vor der Rückkehr an die Macht. Nach Auszählung von rund 40 Prozent der Stimmen der Präsidentschaftswahl vom Sonntag kam der Kandidat der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) auf 40,4 Prozent.

MANAGUA. Auf seinen schärfsten Rivalen Eduardo Montealegre von der konservativen Liberalen Allianz ALN entfielen demnach 37,2 Prozent. Abgeschlagen auf dem dritten Platz lag nach der offiziellen Auszählung José Rizo, Kandidat der konservativen Regierungspartei PLC.

Ortega hat Nicaragua bereits von 1979 bis 1990 an der Spitze einer Revolutionsregierung und später als Präsident regiert. Die damalige Zeit war geprägt von einem Bürgerkrieg gegen von den USA finanzierte „Contra“-Rebellen und einer schwierigen Wirtschaftslage.

Bestätigt sich Ortegas jüngster Sieg, hätte der ehemalige Revolutionär die Macht im dritten Anlauf zurückerobert. Bei den Wahlen 1996 und 2001 war er jeweils den konservativen Kandidaten unterlegen. Zu seinem voraussichtlichen Sieg trug dieses Mal entscheidend bei, dass sich die Rechte gespalten hatte. Mehrere hundert Anhänger Ortegas feierten in der Nacht den Sieg ihres Kandidaten. Sie zogen mit den rot-schwarzen Fahnen der Sandinisten auf die Straßen Managuas.

Unabhängige Beobachter unterstützen den Trend der Stimmauszählung. Die angesehene Organisation „Ethik und Transparenz“ sieht den 60-jährigen Ortega als klaren Wahlsieger mit 38,4 Prozent der Stimmen. Demnach liegt Montealegre deutlich darunter. Für einen Wahlsieg in der ersten Runde sind in Nicaragua 40 Prozent der Stimmen notwendig – oder aber 35 Prozent, wenn der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten mindestens fünf Prozentpunkte beträgt. Der Zweitplatzierte Montealegre setzt denn auch auf einen Stichentscheid: „Diese Wahl hat noch niemand gewonnen.“ Die Zahlen deuten gleichwohl in eine andere Richtung.

Der Vorsitzende von „Ethik und Transparenz“, Roberto Courtney, ließ keinen Zweifel an der Richtigkeit der Schnellauszählung seiner Organisation: „Dieses Ergebnis ist endgültig.“ Die Schnellzählung habe eine Fehlermarge von 1,7 Prozentpunkten. „Ethik und Transparenz“ gilt als zuverlässig und unabhängig. Bei der Präsidentenwahl vor fünf Jahren hatte die Organisation das spätere Endergebnis bis auf einen Prozentpunkt genau vorhergesagt.

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