Ex-Sowjetrepubliken
Putin kritisiert EU-Freihandelsabkommen

Kremlchef Putin fühlt sich von der EU bei Handelsabkommen mit Ex-Sowjetrepubliken übergangen. Die Russen fürchten Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft – und fordern stärkere Rücksichtnahme auf ihre Interessen.
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MinskKremlchef Wladimir Putin hat Freihandelsabkommen der EU mit Ex-Sowjetrepubliken scharf kritisiert und eine stärkere Rücksichtnahme auf russische Interessen gefordert. Ein Problem gebe es, weil niemand offen mit Moskau über die Risiken für die russische Wirtschaft spreche, sagte Putin beim Gipfeltreffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Minsk am Freitag. Russland sei aber nicht prinzipiell gegen eine EU-Annäherung von GUS-Mitgliedern wie die Ukraine oder Moldau, sagte er in der weißrussischen Hauptstadt.

Der Kreml befürchtet, dass durch Freihandelszonen mit der EU günstigere europäische Produkte nach Russland gelangen und so der kaum konkurrenzfähigen Wirtschaft schaden könnten. Wegen Moskaus Bedenken wurde ein Handelsabkommen zwischen Brüssel und Kiew bis Anfang 2016 ausgesetzt. Dies sei eine Möglichkeit, für Russland gefährliche Punkte des Abkommens zu korrigieren, sagte Putin Agenturen zufolge. Er forderte eine ähnliche Lösung für Moldau, das im Juni ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben hatte.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ließ sich in Minsk von seinem Botschafter vertreten. Beobachter vermuten, dass der prowestliche Poroschenko die Nähe zur russisch dominierten GUS wegen der Parlamentswahlen in der Ukraine in drei Wochen scheut. Der usbekische Staatschef Islam Karimow kritisierte, Poroschenkos Abwesenheit trage nicht zu einer Lösung des Konflikts in der Ostukraine bei. Der Gastgeber des Gipfels, der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, forderte ein Ende der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Konfliktgebiet Ostukraine.

Armenien besiegelte in Minsk seinen Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion. Mit der Organisation, zu der Russland, Weißrussland und Kasachstan gehören, soll ein gemeinsam koordinierter Markt geschaffen werden. Zudem wurde ein Zeitplan für eine Aufnahme Kirgistans beschlossen. Auch für die Ukraine und Moldau war eine Mitgliedschaft angedacht, doch lehnten diese zugunsten einer stärkeren EU-Anbindung ab.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-Sowjetrepubliken: Putin kritisiert EU-Freihandelsabkommen"

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  • Euro Dekandenz...

    Was ist aus MH17 geworden? Ich möchte mich in die Angehörigen versetzen...siehe auch:

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=26&cad=rja&uact=8&ved=0CD4QFjAFOBQ&url=http%3A%2F%2Fquer-denken.tv%2Findex.php%2F738-malaysische-presse-beschuldigt-ukrainische-regierung-flug-mh17-abgeschossen-zu-haben&ei=o7w3VOW4Bc3tO-DwgcgL&usg=AFQjCNHXphnYunYYD99t-YWSGssWNEzd2A

    Aber so ist die Welt, Machtinteressen sind wichtiger als Schicksale

  • Putin kritisiert EU-Freihandelsabkommen

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    Jetzt wo es eine Eurasische Union gibt ist es doch nicht anders zu erwarten als dass sich Putin hinter der Einstellung stellt :

    Die Eurasische Union ist mir wichtiger als die EU und die Ukraine vor der Haustür ist eine Rosine vom Kuchen dass auch ich für die Eurasische Union haben will ?

    Darüber hinaus ist der Freihandelsabkommen falsch Aus verhandelt worden...

    WEIL diese EU zu spät aufgewacht ist.

    Hätte man sich als EU wirkliche Wirtschaftliche und Politische Mühen noch im Jahr 2013 gemacht...

    und dieses Freihandelsabkommen schneller zustanden kommen lassen...

    dann wäre die Krim heute nicht in russischer Hand und es wären niemals so viele Menschen Leben in der Ukraine zu Opfer gefallen.

    Wie bei allem zögert und zögert diese EU bei dessen Handlungen...

    dabei ist diese heutige EU schon Handlungsunfähig aus der eigene reihe.

    Wenn man die Abstimmung der 28 EU-Länder abverlangen würde für alle Angelegenheiten der EU...

    dann könnte sich der EU-Steuerzahler viele Milliarden an Steuer-EURO ersparen...weil man die überteuerte EU-Politik gar nicht benötigen würden...

    denn die Einigung innerhalb der EU ist an einem Maß angekommen dass man gar nicht sich einig ist.

    Diese heutige EU nennt sich noch Demokratisch ?

    Eine Echte demokratische EU wird es erst geben wenn :

    " DIESE EU AUS DIREKTE DEMOKRATIE GEWÄHLT WIRD und auch die 500 Millionen Europäer JEDER ANGELEGENHEIT DER EU IN EINE JEDESMAL DIREKTE WAHLENTSCHEIDUNG MIT WÄHLEN DARF ! "

    Die EU würde gerne haben dass sich die Europäer mehr in Politik einbringen ?

    Die EU würde gerne erreichen dass sich die EU-Bevölkerung mit mehr Motivation sich zeige ?

    All das wird nur mit DIREKTE DEMOKRATIE INNERHALB DES EUROPÄISCHEN KONTINENT ERREICHBAR WERDEN.

    Politiker müssen mit Lobbyismus endlich Schluss machen und SICH DEN TATSÄCHLICHEN WÜNSCHE SEINER WÄHLER WIDMEN !

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