„Experiment mit ungewissem Ausgang“: CDU-Sozialflügel warnt vor Euro-Ausstieg Athens

„Experiment mit ungewissem Ausgang“
CDU-Sozialflügel warnt vor Euro-Ausstieg Athens

Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Griechenland wachsen die Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise. Unklar ist vor allem, welche Folgen ein möglicher Austritt Athens aus der Euro-Zone hätte.
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Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, hat eindringlich vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gewarnt. „Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft wäre ein Experiment mit ungewissem Ausgang“, sagte Bäumler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Mögliche Auswirkungen auf Italien und Frankreich wären nicht kalkulierbar. „Nur politische Glücksritter und vortragsreisende Professoren profitieren von diesem Thema“, sagte der CDU-Politiker.

Bäumler gab zu bedenken, dass Griechenland auch nach einem Austritt aus dem Euro Mitglied der Europäischen Union bliebe. „Die europäischen Partnerländer wären Griechenland gegenüber im Notfall zum Beistand verpflichtet“, sagte er. „Da Griechenland nach einem Euro-Austritt keine Lebens-oder Arzneimittel mehr bezahlen könnte, würde dieser Fall sehr schnell eintreten.“ Deutschland als größter Beitragszahler der EU, so Bäumlers Einschätzung, würde von einem Euro-Austritt Griechenlands daher „nicht profitieren, sondern die Risiken tragen“.

Einige Experten diskutieren hingegen offen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ein solcher „Grexit“ wäre aber diesmal leichter von den restlichen Euro-Ländern zu ertragen. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, geht jedenfalls davon aus, dass ein möglicher Regierungswechsel in Griechenland den Euro nicht gefährden wird.

Auch ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wäre nur „ein Beitrag zur Verringerung der Gefahren, den der Weg in die Transferunion mit sich brächte“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler „Focus Online“.

Grünen-Parteichefin Simone Peter warnte dagegen vor einem Euro-Austritt. „Ein Ausstieg aus dem Euro kann weder im Interesse Griechenlands noch der EU sein“, sagte sie der „Welt“. „Für Griechenland wären die Folgen dramatisch, und auch die Euro-Zone hätte mit negativen Konsequenzen zu kämpfen.“

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  • „„Nur politische Glücksritter und vortragsreisende Professoren profitieren von diesem Thema“, sagte der CDU-Politiker.“

    Soso, der Jurist für Arbeits- und Sozialrecht möchte Ökonomen und Finanzfachleuten die Gefahren erklären, die bei einem Euroaustritt Griechenlands auf die südliche EU zukommen. Er möge zur Kenntnis nehmen, daß Ökonomen und Finanzfachleute schon lange vor der Einführung dieses Monopoligeldes vor den Folgen dieses politisch verordneten Unfugs gewarnt haben. Alles von denen prophezeite ist eingetreten. Diesen Weg, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich usw. unterschiedliche Länder unter einer Währung zusammenzuführen, führt für alle beteiligten Länder in die wirtschaftliche Katastrophe, wie wir deutlich sehen können. Der sinnvollste Weg wurde von Fachleuten längst beschrieben: Austritt der sog. Weichwährungsländer aus dem Euro, zurück zu deren nationaler Währung, damit sie sich mit Auf- oder Abwertung ihrer Währungen dem Druck der internationalen Währungsmärkte anpassen können. Der beste Fall wäre allerdings, wenn diese „Gemeinschaftswährung“, bei der die Schwachen auf Kosten der Starken leben (müssen), endlich abgeschafft wird, denn dieses „Experiment“ hat nur Schaden verursacht und wird es weiter tun.

  • Man kann die Politik von Herrn Draghi bzwe. der EZB durchaus mit unterschiedlichen Augen sehen. Aber in unserem Grundgesetz heißt es, je nach Tragfähigkeit sind die Lasten zu verteilen.

    Die Politik von Draghi stützt den Süden der EU, die nicht zu Deutschland gehört und im Inland stützt sie die Börsenkurse und sichert das Vermögen der Reichen. Wir müssen nicht seit der Neujahrsrede von Frau Merkel auf das Thema Pegida zurückkommen, aber die Politik von der EZB und Draghi ist sozial höchst ungerecht. Wenn Leute deshalb auf die Straßen gehen und glauben nur unter dem Deckmantel von Pegida Gehör zu finden, dann ist es trotzdem legitim auf die Missstände in unserem Lande aufmerksam zu machen und Frau Merkel steht nicht im Recht die Demonstrationsfreiheit in der Bundesrepublik umzudeklarieren.

    Gorbatschow sagte damals: "Wer zuspät kommt,den bestraft das Leben!"

    Hoffen wir das das volksfeindliche Verhalten der Regierung nicht zu den Auswüchsen der 33er kommt und den tatsächlichen Nährboden rechts radikaler Parteien wird. Selbst wenn es so kommen sollte, sind die die Verantwortlichen, die nichts dagegen unternommen haben und Frau Merkel mit ihrem diktatorischen Art nicht mit demokratischen Mitteln Einhalt geboten haben.

    Ein demokratisches Mittel ist das Demonstrationsrecht und sie hat nicht das Recht alle Demonstranten pauschal zu diffamieren. Das mögen Leute, die sie unterstützen, nicht so sehen. Aber ich halte das Demonstration für ein Grundrecht, ein höheres Recht als das Propagandarecht einer Regierung, das es zu verteidigen gilt.

  • Herr Müller,
    Deutschland war in seiner Geschichte noch NIE demokratisch.
    Parlamentarische Demokratie ist NICHTS anderes als ein
    Politbüro.Nennt sich hier STAATSKANZLEI.

    Deshalb kommen (ALLE) entlassenen Länder aus RU
    zu Mutter EU = DARMGÄNGER der EU-DIKTATUR

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