Experten erwarten Bündelung der Aktivitäten
EU beschließt strengere Versicherungsaufsicht

Die Rückversicherer in der EU müssen künftig strengere Aufsichtsanforderungen erfüllen. Die entsprechende Richtlinie hat der Ministerrat in Brüssel in dieser Woche verabschiedet. Sie muss spätestens bis Mitte Oktober 2007 in nationales Recht umgesetzt sein.

HB DÜSSELDORF. Experten erwarten vor allem eine Auswirkung: „Wir rechnen damit, dass die Branche ihre Aktivitäten innerhalb der EU stärker an einem Standort bündelt“, sagt Jan Schröder, Fachmann für Versicherungsaufsicht bei der Kanzlei Lovells.

Die EU-Kommission will mit der Richtlinie die staatliche Aufsicht über Rückversicherer europaweit vereinheitlichen. Auch die OECD und die Internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher sowie der Internationale Währungsfonds fordern bereits seit längerem eine schärfere Kontrolle. In Deutschland waren Rückversicherer bis vor kurzem so gut wie gar nicht beaufsichtigt, weil dieses Geschäft ausschließlich unter Profis abläuft. Insoweit seien keine Verbraucherinteressen zu schützen, so der ursprüngliche Gedanke des Gesetzgebers. Das ging auch lange Zeit gut, bis vor drei Jahren die ehemalige Gerling-Globale Rückversicherung wegen Fehlinvestitionen in den USA geschlossen werden musste. Die Globale war der sechstgrößte Rückversicherer in der Welt, ihr Zusammenbruch sorgte in der Branche weltweit für Unruhe. Die Globale hat sich bis heute nicht richtig erholt.

Bereits vor Verabschiedung der europäischen Richtlinie hatte Deutschland die Aufsichtsfreiheit mit der Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) zum 15. Dezember 2004 eingeschränkt. Seitdem dürfen Rückversicherer nicht mehr als GmbHs geführt werden, bedürfen der Zulassung und die Aufsicht hat Mitsprache bei der Wahl der Eigentümer.

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