Experten sehen Bushs Projekt der Halbierung des Defizits stark gefährdet
Flutschäden lassen US-Haushaltsdefizit steigen

Angesichts der ansteigenden Milliarden-Schäden nach dem Wirbelsturm Katrina warnen Experten vor einem dramatischen Anstieg des US-Haushaltsdefizits. So rechnet Ed McKelvey von der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs für die Jahre 2006 und 2007 mit einer Etatlücke nahe der Rekordmarke von 412 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr.

HB WASHINGTON. „Die Finanzlage war vor Katrina nicht gut – jetzt ist sie bedeutend schlechter“, sagte McKelvey. Im Kongress werden die staatlichen Ausgaben in Folge des Hurrikans bereits auf eine Größenordnung zwischen 150 und 200 Mrd. Dollar taxiert. Zum Vergleich: Die Kriege im Irak und in Afghanistan kosteten den amerikanischen Steuerzahler bislang insgesamt rund 300 Mrd. Dollar.

US-Präsident George W. Bush hatte die Halbierung des Defizits bis 2009 zu seinem ehrgeizigen Projekt für seine zweite Amtszeit gemacht. Auf Grund der kräftig sprudelnden Steuereinnahmen schien er diesem Ziel im Sommer einen wichtigen Schritt näher gerückt zu sein: Das Weiße Haus schätzte im Juli, dass das Minus im laufenden Jahr auf 333 Mrd. Dollar schrumpfen werde. Dieser Trend droht nun zu kippen.

Bush besuchte gestern zum dritten Mal die verwüstete Region. In einem Militärfahrzeug fuhr er durch das zerstörte New Orleans. Er bestritt, dass untergründiger Rassismus für die zuerst nur langsam angelaufenen Rettungsarbeiten verantwortlich gewesen sei. „Der Sturm hat nicht diskriminiert, und dies werden auch die Bergungsarbeiten nicht tun“, sagte Bush.

Die massive Kritik am Katastrophen-Management der Regierung hat deutliche Spuren in seiner Popularität hinterlassen: Nach einer Umfrage des Nachrichtenmagazins „Newsweek“ sind nur noch 38 Prozent der US-Bürger mit Bush zufrieden – ein historischer Tiefstand.

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