Experten sehen eine zu große Konzentration auf China
Bundesregierung richtet den Blick stärker in Richtung Asien

Als Joschka Fischer im Juli auf Asienreise ging, sollte das auch dazu dienen, das Augenmerk der deutschen Außenpolitik weit nach Osten zu lenken. Denn über Jahre hinweg hatten ihn vor allem EU-Erweiterung, Nahost-Konflikt und transatlantische Spannungen wegen des Irak-Kriegs beschäftigt.

BERLIN. Schon kritisierte die Opposition, die Bundesregierung vernachlässige die Beziehungen zu der Region sträflich. Dabei sei zum Beispiel das Verhältnis zu Japan zentral, und auch die Nordkorea-Frage berühre deutsche Sicherheitsinteressen.

Sowohl das Auswärtige Amt wie auch das Kanzleramt weisen derlei Vorwürfe zurück. So verweist man zum Beispiel darauf, man habe 2002 neue Regionalkonzepte vorgelegt, die die Basis der deutschen Politik auf dem bevölkerungsreichsten Kontinent formulieren. Angesichts der Größe und Unterschiedlichkeit wird Asien jedoch in Regionen unterteilt: Ostasien, Südasien sowie Südostasien/Australien. Ein viertes Konzept galt Zentralasien – wegen des starken Engagements der Bundeswehr in Afghanistan.

Neben dem strategischen Gerüst verweist die Regierung auf die zahlreichen Reisen des Kanzlers nach China: Mindestens einmal jährlich zieht es Gerhard Schröder ins Land der Mitte, vor allem aus Gründen der Wirtschaftsförderung. Denn fast sämtliche deutsche Industrieunternehmen sehen China als entscheidenden Wachstumsmarkt. Und angesichts der Entscheidungsstrukturen in Peking halten sowohl Unternehmen wie auch die Bundesregierung eine politische Flankierung für wichtig. Hierin setzt Schröder die Politik seines Vorgängers fort.

„Tatsächlich hat sich der Zugang der deutschen Außenpolitik zu Asien seit 1996 sowohl quantitativ wie qualitativ verbessert“, sagt Frank Umbach, Asien-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Er kritisiert jedoch den „Lemming-Effekt“, eine zu starke Konzentration auf China.

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